Gezielter Anschlag: Lkw-Lenker war offenbar Palästinenser

In Jerusalem sind am Sonntag bei einem Anschlag mindestens vier Menschen getötet worden.

Ein Lastwagen raste in eine Menschenmenge auf einer beliebten Promenade, von der aus man einen Blick über die Altstadt hat, wie die Polizei mitteilte. Eine Sprecherin bezeichnete den Vorfall als terroristischen Anschlag. Bei den Toten handele es sich um drei Frauen und einen Mann, alle in ihren Zwanzigern. Zudem wurden etwa 15 Menschen verletzt.

Ein Busfahrer schilderte im Radio, der Lastwagen sei in eine Gruppe von Soldaten gefahren. Diese hätten auf den Fahrer geschossen, der dann gewendet habe und erneut in die Gruppe gefahren sei. Israelischen Fernsehsendern zufolge wurde der Angreifer dabei getötet. Auf den Bildern sind Einschusslöcher in der Windschutzscheibe des Lkw zu sehen. Radio Israel zufolge handelt es sich bei dem Fahrer um einen Palästinenser.

Ein Sprecher der israelischen Polizei bestätigte, dass zehn Menschen ins Krankenhaus gebracht wurden. Es habe sich klar um einen gezielten Angriff gehandelt, die Opfer seien gerade aus einem Bus gestiegen, so Micky Rosenfeld.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte wenige Stunden nach dem Anschlag den Ort des Geschehens.

Zuletzt waren die Angriffe von palästinensischen Einzeltätern auf Israelis seltener geworden. Seit Oktober 2015 war es fast täglich dazu gekommen. Als Auslöser der Gewalt gilt neben der Enttäuschung über den seit 2014 stockenden Friedensprozess auch der Ärger über die Ausbreitung jüdischer Siedlungen sowie der Streit über den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg.