G-20 Gipfel: Hamburger Polizei erwartet Gewalt

Während die Hamburger Polizei am Dienstag Gegenstände vorgestellt hat, die in ihren Augen auf die Militanz mancher G20-Gegner hinweisen, bekräftigten deren Vertreter kurz vor Gipfelbeginn gewaltfrei ihre Kritik.

Unter anderem mit diesem selbst produzierten Video hat die Hamburger Polizei auf die ihrer Ansicht nach hohe Gewaltbereitschaft militanter G-20-Gegner beim anstehenden Gipfel in der Hansestadt hingewiesen. Hier und in Rostock habe man die am Dienstag präsentierten Gegenstände im Rahmen von Durchsuchungen bei polizeibekannten Linksextremisten gefunden. Darunter befänden sich neben den Knallkörpern auch mit Bitumen gefüllte Feuerlöscher oder Zwillen, mit denen Stahlkugeln geschossen werden könnten.

Dazu der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer:

O-Ton: „Die Beweise dafür, dass es befürchtete, immer wieder durch auch angemahnte Gewalt bei Protesten rund um den G20-Gipfel geben wird, wird hiermit aus meiner Sicht begreifbar.“

Lediglich mit gespielter Gewalt protestierten zur gleichen Zeit G20-Kritiker gegen das Treffen. Die Demonstranten von Attac trugen Masken teilnehmender Spitzenpolitiker. Sie werfen den Staats- und Regierungschefs eine Mitverantwortung an den globalen Krisen vor. Auf dem Gipfel würden sich die Protagonisten zwar über die weltweiten Probleme unterhalten, aber nicht deren Ursachen angehen. Doch ein ‚Weiter so‘ sei nicht hinnehmbar, so Thomas Eberhardt-Köster von Attac.

O-Ton: „Wir brauchen eine andere Handelspolitik, wir brauchen eine andere Klimapolitik, wir brauchen vor allem Klimagerechtigkeit. Das heißt, die Länder, die bisher am meisten zur Klimaverschlechterung beigetragen haben, müssen jetzt auch den größten Beitrag leisten, dagegen was zu tun.“

Wie andere G20-Gegner kritisiert auch Attac das Hamburger Sicherheitskonzept, konkret die fehlenden Möglichkeiten, in Gipfelnähe zu protestieren, als eine Katastrophe für das Versammlungsrecht.

Die Polizei rechnet im Umfeld des am Freitag und Samstag stattfindenden Gipfels mit zahlreichen Demonstrationen und erwartet Tausende gewaltbereite Globalisierungsgegner. Bis zu 20.000 Polizisten sollen die Veranstaltung schützen.