Französische Satirezeitung: Deutsche Ausgabe von Charlie Hebdo ist da

Es soll wohl Bundeskanzlerin Angela Merkel sein, die auf dem Werbeplakat für die deutsche Ausgabe der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo auf der Toilette sitzt. Die Botschaft dazu: Charlie Hebdo wirkt befreiend.

Auch auf der Titelseite der ersten deutschen Ausgabe ist Merkel zu sehen. Es geht um VW und den Diesel-Abgasskandal. Es ist das erste Mal in der Geschichte von Charlie Hebdo, dass die Zeitung in einem anderen Land in einer anderen Sprache erscheint.

Die Macher der Zeitung haben nach eigener Aussage ein großes Interesse für Charlie Hebdo in Deutschland festgestellt.

Das hat natürlich auch mit dem brutalen Anschlag auf die Redaktion der Zeitung im Januar 2015 zu tun.

Acht Mitglieder der Redaktion und vier weitere Menschen wurden damals von islamistischen Gewalttätern erschossen.

„Ich habe gerade im Radio gehört, dass es heute die erste deutsche Ausgabe gibt. Ich bin leider des Französischen nicht mächtig. Und das ist natürlich in gewisser Weise vielleicht eine kleine Solidaritätsbekundung. Weil Satiremagazine sind, außer vielleicht die Titanic, nicht mehr so am Markt. Und man liest eh noch kaum Print. Und für mich ist das eigentlich mehr so ein Gefühl, dass ich das gut finde. Und dass das irgendwie auch weitergehen soll, wenn es jetzt damit startet.“

„Ich habe gerade Charlie Hebdo gekauft. Und zwar, ich arbeite im Deutschen Historischem Museum und habe es dort für die Sammlung gekauft. Die erste deutsche Ausgabe dieser Zeitschrift. Wir haben auch die französischen Ausgaben, gerade aus der Zeit des Attentats. Und dann dachte ich, muss die deutsche auch in die Sammlung.“

Für die deutsche Ausgabe werden vor allem Texte und Karikaturen des französischen Originals übersetzt. Aber auch eigene deutsche Inhalte soll es regelmäßig geben.

Die Startauflage von Charlie Hebdo in Deutschland soll 200.000 Exemplare umfassen, das Heft kostet 4 Euro.

Ob der Humor der Redaktion auch in Deutschland ankommen wird, muss abgewartet werden.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters