Frankreich: Macron-Lager holt absolute Mehrheit bei Parlamentswahl

Rückenwind für Emmanuel Macron. Das Lager des französischen Präsidenten hat bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit gewonnen. Macron bekommt damit ein starkes Mandat für seine Reformpläne. Nach der zweiten Runde am Sonntag kam seine junge Partei La Republique en Marche nach Auszählung fast aller Stimmen auf 291 von insgesamt 577 Sitzen in der Nationalversammlung. Den Hochrechnungen zufolge kommt sie gemeinsam mit der Partnerpartei Modem auf bis zu 365 Sitze. Damit fällt der Sieg des pro-europäischen Sozialliberalen zwar klar, aber nicht so deutlich aus wie vorhergesagt. Ein Grund dürfte die geringe Wahlbeteiligung gewesen sein, die auf ein Rekordtief von 42 Prozent fiel und damit noch niedriger war als in der ersten Runde eine Woche zuvor.

Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe bezeichnete das Wahlergebnis als eine Chance für sein Land. „Vor einem Jahr hätte niemand gedacht, dass es zu einer solchen politischen Erneuerung kommen könnte“, sagte er. „Wir verdanken dies dem Präsidenten, der unserer Demokratie einen neuen Schub verleihen will. Und wir verdanken dies den französischen Wählern, die ihrer Nationalversammlung ein neues Gesicht geben wollten.“

Die etablierten Parteien kassierten erneut eine herbe Schlappe. Die Republikaner und ihre Verbündeten kamen den Hochrechnungen zufolge auf lediglich 125 bis 131 Sitze, die Sozialisten auf 41 bis 49 Sitze. Sozialisten-Chef Jean-Christophe Cambadelis trat noch am Abend zurück.

Der rechtsextreme Front National kommt auf mindestens acht Sitze. Mit weniger als zehn Mandaten kann er aber keine Fraktion bilden. Parteichefin Marine Le Pen wurde allerdings erstmals in die französische Nationalversammlung gewählt. Sie habe ihren Wahlkreis in Nordfrankreich gewonnen, sagte sie und feierte das Ergebnis al einen Erfolg.