Frankreich: Jahrestag des Lastwagen-Anschlags von Nizza

Der 14. Juli 2016 in der französischen Stadt Nizza wird für viele Menschen zum Alptraum.

Zehntausende hatten sich auf der Strandpromenade versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu feiern und sich das Feuerwerk anzuschauen. Um 22 Uhr 45 steuert ein Attentäter einen weißen Lastwagen auf die für den Verkehr gesperrte Promenade und gibt Gas.

Als der Laster heranrast, haben viele keine Chance mehr. 86 Menschen sterben, mehr als 400 werden verletzt.

Der Attentäter wird von der Polizei erschossen.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hatte den Anschlag für sich reklamiert. Die Ermittler fanden aber keine Verbindung zum Täter, einem 31-jährigen Tunesier.

Der Jahrestag des Attentats weckt bei denjenigen, die an dem Abend auf der „Promenade des Anglais“ waren, schmerzhafte Erinnerungen. Stephanie Lacuisse war mit ihrem Mann und ihren Kindern vor Ort, als es passierte.

Alle überlebten. Doch nichts sei mehr so wie früher, sagt Lacuisse.

„Wir leben, aber es ist eher das Gefühl, das wir überlebt haben. Natürlich sagen uns die Leute, dass wir nicht gestorben sind und alle da sind. Aber tatsächlich, tief in mir drin, ist da etwas von mir, das gestorben ist. Was nicht mehr so wie früher ist. Es hat mich verändert. Es hat mir die Freude am Leben genommen. Ich hoffe, dass das wieder kommt. Aber im Moment fühle ich mich ein wenig isoliert. Manchmal verstehen wir keinen Humor mehr. Wir sind weder hier noch da.“

Nach dem Attentat musste sich die ganze Familie in psychiatrische Behandlung begeben. Ihren Job in einem Kaufhaus hat Lacuisse verloren. Andere Opfer und Hinterbliebene berichten von ähnlichen Erfahrungen. Auch ein Jahr danach haben sich viele noch nicht von dem Drama am 14. Juli 2016 erholt.