Film über Anne Frank feiert Weltpremiere auf der Berlinale

Ganz direkt wendet sich der deutsche Regisseur Hans Steinbichler mit seinem Werk dabei an ein junges Publikum.

Zahlreiche Theaterstücke und Filme haben sich bereits mit der Geschichte von Anne Frank befasst. Nun bringt der deutsche Regisseur Hans Steinbichler „Das Tagebuch der Anne Frank“ erneut ins Kino.

Am Dienstag feierte der Film mit Lea van Acken in der Titelrolle auf der Berlinale Weltpremiere.

Ganz direkt wendet sich der deutsche Regisseur Hans Steinbichler mit seinem Werk dabei an ein junges Publikum: „Und mir wäre es halt am wichtigsten, wenn so Leute wie meine Kinder den Film anschauen und sagen: „Okay, die ist schon tot und so, aber irgendwie so wie die war, mit ihrer Mutter, mit ihrem Vater, was sie so denkt, ist doch eigentlich ganz interessant. Und dann wird die einfach genommen und getötet.“

Martina Gedeck, die in dem Streifen Annes Mutter Edith Frank spielt, mit ihrer Sicht auf den Film: „Wir haben hier die Möglichkeit, von der Innenwelt dieses Mädchens viel zu erzählen, die raus will ins Leben, die so viel zu geben hat und es ist sehr traurig, wenn sie am Schluss in diese Gewaltspirale reinrutscht. Das ist sehr bewegend, da ist der Film die Möglichkeit, von der Innenwelt dieses Mädchens viel zu erzählen, die raus will ins auch sehr gelungen, weil er nicht äußerlich bleibt und insofern glaube ich, wenn man sich den Film anschaut, wird man hoffentlich daran denken, dass wir Menschen nicht ausgrenzen sollten und dass wir Menschen, die in Not sind, die Hand reichen sollten.“

In ihrem Tagebuch beschreibt Anne den Alltag der Familie Frank, die sich im Hinterhaus der Prinsengracht 263 verstecken muss, um der Deportation ins KZ zu entgehen. Mehr als zwei Jahre bietet das Versteck ihnen Schutz, doch Anfang August 1944 verhaftet die Gestapo die Familie Frank.

Die Franks werden erst ins niederländische Lager Westerbork und dann nach Auschwitz gebracht. Im Film wird die Ankunft durch eine Szene dargestellt, in der Anne die Haare abrasiert werden.

Für Lea van Acken kein leichter Schritt: „Also, ich musste im ersten Moment wirklich schlucken. Und dann habe ich gedacht, dass ist das, was ich als Schauspielerin Anne und dem Film opfern muss, dass was wir ihr an Authentizität sozusagen schuldig sind. Aber der Moment an sich, da verfließen diese Grenzen Lea und Anne natürlich extrem, weil das ein direkter Eingriff auch auf einen selbst ist. Aber in dem Zusammenhang war es für mich ein kompletter Akt der Brutalität und der Entweiblichung, im Nachhinein war es aber auch eine Erfahrung für mich als Lea.“

Am 3. März kommt der Film „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Hans Steinbichler in die deutschen Kinos.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters