FIFA Kongress : Infantino geht in die Offensive

Diejenigen, die sich bereichern wollten, müssten den Fußball verlassen, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Bei seiner Ankunft zum Kongress des Weltfußballverbandes FIFA präsentierte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino bestens gelaunt. Zuvor hatte die FIFA die Vorsitzenden der unabhängigen Ethikkommission mit dem deutschen Richter Hans-Joachim Eckert und dem Schweizer Cornel Borbely abgesetzt. Beide waren für die Suspendierung mächtiger FIFA-Funktionäre verantwortlich, darunter Sepp Blatter und Michel Platini.

Vorwürfe waren laut geworden, dass Infantino die Ethikkommission zu unbequem geworden sei.

In seiner Rede vor den Delegierten stellte Infantino dagegen die Themen Korruptionsbekämpfung und den Ruf der FIFA in den Mittelpunkt.

„Ich denke, Ihr kennt mich mittlerweile. Ich muss sagen, was ich fühle. Wir versuchen, den Ruf der FIFA wiederherzustellen. Nach alldem, was passiert ist. Wir haben eine Organisation übernommen, die traurigerweise auf dem Tiefpunkt war. Und wir wissen auch, warum.“

„Nie wieder. Und wenn da irgendjemand in diesem Raum oder außerhalb des Raumes ist, der denkt, dass er sich selbst bereichern und den Fußball missbrauchen kann, dann habe ich eine deutliche Botschaft für ihn. Verschwinde und verlasse den Fußball. Und zwar jetzt.“

Die beiden geschassten FIFA-Ermittler hatten ihre Absetzung vehement kritisiert. Borbely sprach von einer politisch motivierten Entscheidung. Eckert reagierte mit Unverständnis:

„Ich denke, wir können beide stolz sein, weil wir keine Angst vor großen Namen hatten. Wir haben nur unseren Job gemacht. Und ich kann Ihnen sagen, dass eine Entscheidung gegen Herrn Blatter und Herrn Platini nicht einfach ist.“

Die Delegierten des FIFA-Kongresses entscheiden nun über die Neubesetzung der Ethikkommission.

Ein weiteres wichtiges Thema: Die Verteilung für die WM mit 48 Startplätzen im Jahr 2026 und das Bewerbungsverfahren für diese WM.