Ex-FBI-Chef Comey wirft Trump-Regierung Lügen vor

Der ehemalige FBI-Chef James Comey macht sich am Donnerstag auf den Weg zu einem Termin, auf den sich die Augen nicht nur in den USA richten. Comey sagte in der Bundeshauptsstadt Washington vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aus. Die Senatoren wollten unter anderem klären, ob Russland die Präsidentenwahl im vergangenen Jahr beeinflusst hat. Comey hat bereits schriftlich mitgeteilt, er sei von US-Präsident Donald Trump aufgefordert worden, die Ermittlungen in der Affäre teilweise einzustellen.

Bei der Anhörung erhob Comey dann schwere Vorwürfe gegen Trumps Regierung. Anschuldigungen, bei der Bundespolizei herrsche ein Durcheinander, seien sowohl für ihn als auch für das FBI diffamierend gewesen.

O-Ton: „Das waren Lügen, schlicht und einfach, und es tut mir so leid, dass die FBI-Mitarbeiter das hören mussten und dass sie dem amerikanischen Volk erzählt wurden.“

Comey sagte außerdem, die wechselnden Begründungen für seine Entlassung hätten ihn irritiert.

Eine Einstellung des Verfahrens gegen den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn im Zuge der Russland-Ermittlungen habe Trump zwar nicht angeordnet. Allerdings habe er dessen Worte so verstanden, dass das Verfahren eingestellt werden solle, sagte Comey.

Mit Comeys Entlassung am 9. Mai hatte Trump einen politischen Skandal ausgelöst. Der damalige FBI-Chef leitete zu diesem Zeitpunkt Ermittlungen, um herauszufinden, ob Russland in den Präsidentenwahlkampf 2016 eingriffen hat.