Ex-Bundespräsident Roman Herzog ist tot

Ex-Bundespräsident Roman Herzog, sei in der Nacht zu Dienstag gestorben, bestätigte das Bundespräsidialamt in Berlin. Herzog war von 1994 bis 1999 Staatsoberhaupt. Zuvor hatte er sieben Jahre als Präsident dem Bundesverfassungsgericht vorgestanden, dem er seit 1983 angehörte.

In Erinnerung ist aus seiner Präsidentenzeit vor allem die sogenannte Ruckrede, in der er die Deutschen 1997 aufforderte, von „liebgewordenen Besitzständen“ Abstand zu nehmen.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Herzog als „markante Persönlichkeit, die das Selbstverständnis Deutschlands und das Miteinander in unserer Gesellschaft geprägt und gestaltet hat“.

„Als Gestalter von Politik und Recht hat er uns immer wieder aufgefordert, alle Kräfte für die Erhaltung und Festigung unserer Demokratie einzusetzen. Roman Herzog hat Reformbereitschaft angemahnt als die Bundesrepublik dieser Mahnung in besonderer Weise bedurfte.

Herzog habe eine klare und menschliche Art zu denken gehabt, sagte Gauck. Deshalb habe er Vertrauen genossen.

Er hab sich aus tiefster Überzeugung für Deutschland und Europa eingesetzt.

Herzog war vor seiner Zeit als Verfassungsrichter unter anderem auch Kultus- und Innenminister in Baden-Württemberg.

Er wurde 82-Jahre alt.

Video-Source: Reuters
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