EU bestraft Facebook wegen falscher Angaben zu WhatsApp

Facebook hatte bei der Anmeldung der Übernahme angegeben, es sei nicht möglich, einen automatischen Abgleich zwischen den eigenen Nutzerprofilen und den Benutzerkonten von WhatsApp vorzunehmen.

Die EU-Kommission hat Facebook wegen falscher Angaben bei der Übernahme des Kommunikationsdienstes WhatsApp eine Strafe von 110 Millionen Euro aufgebrummt. Der Sprecher der EU-Kommission für Wettbewerb, Ricardo Cordaso.

„Der Facebook-WhatsApp-Deal wurde von der Kommission im Jahr 2014 genehmigt. Damals gab Facebook an, es sei nicht möglich, einen automatischen Abgleich zwischen den eigenen Nutzerprofilen und den Benutzerkonten von WhatsApp vorzunehmen. Zwei Jahre später, 2016, informierte WhatsApp darüber, die Telefonnummern der WhatsApp-Nutzer doch mit den jeweiligen Facebook-Profilen verknüpfen zu können.“

Dass dies schon 2014 möglich gewesen sei, sei den Mitarbeitern von Facebook bekannt gewesen, erklärte die EU-Kommission.

Die Strafe für Facebook hätte noch höher ausfallen können, nämlich ein Prozent des Jahresumsatzes. Das wären für 2016 umgerechnet 248 Millionen Euro gewesen. Die EU-Kommission räumte aber ein, dass das US-Unternehmen in dem Fall kooperiert und die falschen Angaben eingeräumt habe.