ESA schickt erstmals Briten ins All

Tim Peake soll sechs Monate an Bord der Internationalen Raumstation bleiben. Am Dienstag starteten „Major Tim“ und zwei weitere Raumfahrer an Bord einer Sojus-Kapsel.

Um 17.03 Uhr Ortszeit hob die Rakete vom kasachischen Weltraumbahnhof in Baikonur ab. Eigentlich genau die richtige Teatime – doch dafür hatte Tim Peake an diesem Dienstag wohl keine Muße. Der Brite gehört zur dreiköpfigen Besatzung der neuen ISS-Mission. Der 43-jährige ist der erste Astronaut, den die britische Regierung offiziell ins All schickt.

Kein Wunder, dass im Astronautenzentrum der Europäischen Weltraumbehörde ESA in Köln am Dienstag der Union Jack geschwungen wurde.

Hier hatte sich Peake für seinen Ausflug ins All vorbereitet. Der Trainer des europäischen Weltraumkorps, Rüdiger Seine hofft, dass die Mission die Aufmerksamkeit in Großbritannien für die bemannte Raumfahrt steigert.

Rüdiger Seine: „Für die ESA ist es das erste mal, dass wir einen britischen Astronauten auf die Raumstation oder überhaupt ins Weltall bringen. Das ist natürlich für ein wichtiges, beitragszahlendes Land wie Großbritannien auch ein besonderes Ereignis. Wir hoffen natürlich auch, dass wir mit der Mission in Großbritannien Begeisterung wecken können für wissenschaftliche Berufe.“

Auf der Internationalen Raumstation soll Peake laut ESA unter anderem helfen, nachschubliefernde Vehikel einzufangen.

Seine („Und wir gehen auch davon aus, dass er im Januar Gelegenheit haben wird, einen sogenannten Weltraumspaziergang zu machen. Das ist natürlich kein Spaziergang, sondern harte Arbeit. Aber bei diesem Ausflug aus der ISS wird er daran mitarbeiten, dass die ISS für eine längere Aufenthaltsdauer wieder fitgemacht wird, da gibt es ein paar Wartungsarbeiten, die auszuführen sind.“)

Eine komplette Premiere für die Insel ist es allerdings nicht. 1991 flog bereits die Britin Helen Sharman zur russischen Raumstation Mir, für acht Tage. Auf der ISS soll Peake bis Juni nächsten Jahres bleiben. Zusammen mit dem russischen Kommandanten Yuri Malentschenko und dem Nasa-Astronauten Tim Kopra.