Emotionaler Aufruf zur Einheit der Europäischen Union bei Trauerakt für Kohl

Auch hochrangige Vertreter der USA und Russlands sprachen zu Ehren des Altkanzlers.

Samstag im EU-Parlament in Straßburg in Frankreich: Mit einem emotionalen Appell zum Erhalt und Ausbau der Europäischen Union haben insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einer Trauerzeremonie Abschied von Helmut Kohl genommen.

Merkel sagte zum Ende ihrer Rede:

O-Ton: „Lieber Bundeskanzler Helmut Kohl: Dass ich hier stehe, daran haben Sie entscheidenden Anteil. Danke für die Chancen, die Sie mir gegeben haben. Danke für die Chancen, die Sie vielen anderen eröffnet haben. Danke für die Chancen, die wir als Deutsche und Europäer durch Sie erhalten haben. Sie haben unendlich viel erreicht. Mögen Sie in Frieden ruhen! Jetzt ist es an uns, Ihr Vermächtnis zu wahren“.

EU-Kommissionspräsident Juncker hatte zuvor gesagt:

O-Ton: „Mit Helmut Kohl verlässt uns ein Nachkriegsgigant. Schon zu Lebzeiten hielt er Einzug in die Geschichtsbücher. Und in diesen Geschichtsbüchern wird er für immer stehen.“

Auch Ex-US-Präsident Bill Clinton sprach während der Trauerfeier, ebenso wie Russlands Premier Dmitri Medwedjew, der darauf verwies, dass Helmut Kohl aus eigener Erfahrung gewusst habe, was Krieg bedeute.

Der Altkanzler Helmut Kohl war am 16. Juni dieses Jahres im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben. Er sollte am Samstagabend in Speyer beerdigt werden.