Deutsche Umwelthilfe kritisiert den Dieselgipfel als „Marionettenshow“

Vom Wunsch- zum Schmuddelkind: Der Diesel war einst der Liebling der deutschen Autofahrer. Doch große Wirtschaftsskandale wie der „Abgasskandal“ oder wettbewerbswidrige Absprachen der Autokonzerne haben nicht nur dem Image der Unternehmen schwer geschadet. Am Mittwoch will die Bundesregierung beim Nationalen Forum Diesel – kurz auch der Diesel-Gipfel genannt, das „verloren gegangene Vertrauen“ zurückgewinnen, so heißt es zumindest auf der Seite der Bundesregierung. Und Maßnahmen zur Schadstoff-Reduzierung bei Diesel-PKWs treffen, um Fahrverbote in Großstädten zu verhindern. Mit dabei bei dem Treffen sind die Autohersteller und die hoffen als Maßnahme auf eine Korrektur der Software, und nicht auf die aufwendige und kostspielige Motor-Nachrüstung.

Auch deshalb kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Dieselgipfel als „Marionettenshow“. Im Moment sei nur vorgesehen, die Angebote der Industrie zu akzeptieren, sagte der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin.

„Die Softwareupdates sind von dem Verwaltungsgericht Stuttgart, vom ADAC, von Professor Dudenhöffer, von anderen als absolut wirkungslos bezeichnet worden. Wir müssen jetzt konsequent sein und wirklich dann Maßnahmen ergreifen, die die Fahrzeuge sauber machen. Und das sind eben, als erster Schritt, Hardwarenachrüstungen. Wir müssen tatsächlich neun Millionen Dieselfahrzeugen die nicht funktionierende Abgasanlage aus- und funktionierende, harnstoffbetriebene Abgaskatalysatoren einbauen.“

Die Verunsicherung ist groß, und das merken Autohändler wie Richard Tendyck tagtäglich im Umgang mit den Kunden:

„Alle haben das große Fragezeichen auf der Stirn, soll es Benzin sein, soll es eventuell ein Diesel sein, soll es Elektro sein oder eben ein Hybridfahrzeug? Das große Problem ist einfach die Unsicherheit. Es muss an dem Gipfel klar werden, was kann man machen und in welchem Zeitrahmen. Das ist so das Gros, was wir im Grunde als Betriebe von diesem Gipfel erwarten.“

Ob es eine Software oder Hardware-Lösung nach dem Gipfel gibt, Millionen Autos wären davon betroffen. Die Nachrüstung am Motor würde allerdings mehrere Milliarden Euro kosten.