Demonstrationen zum al-Quds-Tag in Berlin

In der Nähe des Berliner Adenauerplatzes versammelten sich am Freitagnachmittag Hunderte Menschen zur jährlichen anti-israelischen al-Quds-Demonstration. Der al-Quds-Tag liegt traditionell am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Er wurde nach der islamischen Revolution im Iran 1979 von Ayatollah Khomeini als weltweiter Kampftag zur Befreiung Jerusalems von den Juden ausgerufen.

„Wir feiern in der ganzen Welt, weil das unser Land ist. Wir dürfen unser Land nicht sehen. Wir sind geflüchtet seit 1948. Wir sind überall geboren. Wir sind viele. Wir haben unser Land nicht gesehen, nur aus dem Fernsehen.“

„Es ist auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass wir nichts gegen Juden an sich haben. Das wirft man uns ja immer vor, dass wir antisemitisch wären. Das sind wir nicht. Aber wir sind auf jeden Fall gegen das zionistische System. Das sprechen wir auch offen aus.“

Gegen jeden Antisemitismus. Unter diesem Motto protestierten am Kurfürstendamm mehr als 100 Menschen gegen den al-Quds-Marsch in Berlin. An der Kundgebung beteiligte sich auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete, Volker Beck.

„Anti-Zionismus ist der Antisemitismus 2.0. Es gibt leider 40 Prozent Zustimmungen zu anti-israelischem Antisemitismus in Deutschland. Das hat gerade die Expertenkommission der Bundesregierung festgestellt und wir müssen da mehr Klarheit gewinnen wegen unserer Geschichte, wegen unserer Verantwortung gegenüber Israels und auch, damit sich Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher fühlen.“

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Gewaltausbrüche zwischen Demonstranten aus den verschiedenen Lagern sollten verhindert werden.