Corbyn und May wollen regieren

Premierministerin Theresa May will trotz der starken Verluste ihrer Konservativen Partei bei den britischen Unterhauswahlen eine Regierung bilden. Labour-Chef Jeremy Corbyn strebt eine Minderheitsregierung an.

Vor der von der Presse belagerten Hausnummer 10 geht das Leben am Freitag weiter. Das gilt auch für Larry, die Downing-Street-Katze. Und die wird sich an dem politischen Beben rund um die britische Regierungschefin mit hiesigem Sitz wohl noch am wenigsten stören.

Auf der politischen Bühne begann nach der Unterhauswahl das erste Aussenden von Signalen.

So strebt der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn eine Minderheitsregierung an. Wegen der Sitz- und Stimmengewinne sei seine Partei die Wahlsiegerin, so der Oppositionsführer in London. Man sei bereit, dem Land zu dienen. Corbyn hatte zuvor die konservative Premierministerin Theresa May zum Rücktritt aufgefordert.

Corbyn sagte, die Gespräche über den EU-Austritt Großbritanniens müssten weitergehen.

O-Ton: „Die Regierung im Amt muss diese Brexit-Verhandlungen in 11 Tagen aufnehmen. Unsere Position ist sehr klar, dass Jobsicherung Priorität hat. Deshalb ist das Handelsabkommen mit Europa am wichtigsten.“

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker forderte Großbritannien seinerseits zur möglichst raschen Aufnahme der Brexit-Verhandlungen auf.

O-Ton: „Seitens der Kommission können wir die Gespräche morgen früh um 9.30 Uhr beginnen.“

Kurz vor dem geplanten Start dieser Gespräche haben Mays Konservative ihre absolute Mehrheit im britischen Parlament überraschend verloren. May will trotzdem eine Regierung bilden. Sie ließ über ihren Sprecher erklären, sie werde Königin Elizabeth am Freitagmittag um die Erlaubnis dafür ersuchen.