„Coffee-to-go“ im Pappbecher soll durch Mehrwegbecher ersetzt werden

Mit einem Pfandsystem für Mehrwegbecher wollen einige Cafés und Kaffeeverkaufsstellen in mehreren deutschen Städten helfen, die Umweltbelastung zu senken.

Die Zeiten, in denen man zum Kaffeetrinken ins Lokal gehen musste oder „draußen nur Kännchen“ bekam, sind schon lange vorbei.

Heute ist „Coffee-to-go“ im Pappbecher mit Plastikdeckel überall verfügbar: in der U-Bahn, beim Parkspaziergang oder auf dem Weg nach Irgendwo.

Die Kehrseite des mobilen Kaffeegenusses lautet jedoch: viel Müll und Ressourcenverschwendung.

Doch das soll sich ändern.

Mit einem Pfandsystem für Mehrwegbecher wollen einige Cafés und Kaffeeverkaufsstellen in mehreren deutschen Städten helfen, die Umweltbelastung zu senken.

In Berlin läuft zurzeit ein Pilotprojekt, an dem sich unter anderem das Café „Katie’s Blue Cat“ im Stadtteil Neukölln beteiligt.

Beim Kauf eines Kaffees können Kunden dort einen Mehrwegbecher mit Silikondeckel erwerben.

Das Pfandgeld in Höhe von vier Euro bekommen sie dann bei der Rückgabe ausgezahlt.

Auf die Idee kam Ulrike Gottschau von „Just swap it“ vor rund drei Jahren.

„Da habe ich Leute mit Pappbechern und Plastedeckeln sich direkt vor das Café setzen sehen und dachte so: hey, irgendwas ist falsch in unserem Konsumdenken. Wir müssen wieder gucken, was wir eigentlich tun und Verantwortung dafür übernehmen, wie wir konsumieren“.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland 320.000 Einweg-Kaffeebecher pro Stunde verbraucht.

Recyclingmaterial kommt laut der Umweltorganisation dabei kaum zum Einsatz. Für die Becher werden Bäume gefällt, im Plastik für Deckel und Beschichtungen stecken Tausende Tonnen Rohöl.

Der Mehrwegbecher hingegen besteht hauptsächlich aus Bambus, einem Rohstoff, die schneller nachwächst, als Holz und sich auch noch gut anfühlt.

Dazu sagt Ulrike Gottschaus Kompagnon Clemens Pech folgendes:

„Der fühlt sich vor allen Dingen gut an, der ist quasi sexy in der Hand und ob es jetzt der allerbeste ist, das wissen wir nicht. Uns geht es hauptsächlich um das Pfandsystem, sprich, wir wollen wirklich die vielfache Nutzung dieses Bechers gewährleisten.“

Und die Reaktion bei den Kunden ist durchaus positiv:

„Finde ich an sich eine coole Idee. Ich finde es eigentlich immer am Schönsten, wenn man sich die Zeit nehmen und für Kaffee hinsetzen kann, aber oft genug nimmt man ja einen Kaffee mit in die Bahn oder so und da produziert man ja schon eine Menge Müll mit den Pappbechern.“

Zwölf Cafés beteiligen sich an dem Projekt. Und sie liegen möglichst nah beineiander im Kiez, damit es für die Kunden bequemer ist, die Becher gegebenenfalls zurückzugeben.

Dieser Versuch soll in Berlin noch bis Ende November laufen.