Neue, schockierende Details zum Tod von Gerwald Claus-Brunner

Vor seinem Suizid hat der Berliner Pirat Gerwald Claus-Brunner ein Paket mit persönlichen Gegenständen und einem Geständnis verschickt. In dem Brief habe der 44-Jährige die Tötung des 29-Jährigen Jan L. eingeräumt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner, am Donnerstag. Das Paket sei am Mittwoch der Polizei übergeben worden.

Wie Steltner sagte, gibt es keine Hinweise auf eine Tatbeteiligung anderer. „Damit ist der Fall für die Staatsanwaltschaft geklärt”, so der Sprecher. „Gegen Tote wird nicht ermittelt.” Das Paket habe Claus-Brunner an seinen früheren Lebensgefährten geschickt, es sei dort aber nicht angekommen und schließlich bei der Polizei gelandet. Ob in dem Brief stand, wann und wie das Opfer starb, sagte Steltner nicht.

Nachbar von Jan L. will Knall gehört haben

Seit die Leichen von Claus-Brunners und seines Opfers entdeckt wurden, kommen immer mehr verstörende Details ans Licht. Der Politiker glaubte offenbar, mit seinem späteren Opfer eine Beziehung zu führen. Doch die Liebe war wohl nur einseitig.

So soll der Berliner Piraten-Politiker vor seinem Suizid Jan L. in dessen Wohnung missbraucht und getötet haben. Die Leichen der beiden Männer wurden am Montag in der Wohnung des Piraten in Steglitz aufgefunden. Jan L. soll bereits Tage zuvor getötet worden sein.

Nach Zeugenaussagen wurde Jan L. wohl bereits am Donnerstagabend in seiner Wohnung in Wedding ermordet. Nachbar Horst S. (71) wohnt gegenüber, er schaute das Fußballspiel Schalke gegen Nizza. Es war etwa 21:05 Uhr, als er verdächtige Geräusche hörte.

Nachbarn hörten Geräusche im Treppenhaus

Horst S. zur B.Z.: „Ich habe ein erstauntes, wortloses Aufrufen gehört, dann einen dumpfen Knall. Das muss im Flur gewesen sein.“ Und weiter: „Als ich etwas später zum Spion ging, war niemand mehr da. Sie müssen in die Wohnung gegangen sein.“

In dieser Zeit muss sich Grausames hinter der verschlossenen Türe abgespielt haben. Als Horst S. gegen Ende des Spiels wieder auf Geräusche aufmerksam wurde und durch seinen Spion schaut, war Jan L. vermutlich nicht mehr am Leben. Er sah seinen Nachbarn nicht wieder. Was er aber sah, war ein großer schwarzer Kasten.

Horst S.: „Als nächstes hörte ich gegen Ende des Spiels Geklapper im Treppenhaus, immer wieder, eine ganze Weile lang. Ich dachte, es würde mal wieder jemand umziehen. Als ich vom Balkon in den Innenhof geguckt hab, stand da ein großer schwarzer Kasten. Den muss Claus-Brunner Stück für Stück runtergetragen haben.“

Video-Source: B.Z.
Fotos: B.Z.