CDU-Kandidatin Christina Schwarzer für Neukölln

Auf der B.Z.-Wahltour interviewen wir zur Bundestagswahl die Kandidaten aus den Berliner Wahlkreisen im Auto. CDU-Kandidatin Christina Schwarzer tritt für Neukölln an – und will auf den Berliner Straßen am liebsten viel weniger Wahlplakate sehen.

Das ist Christina Schwarzer

Schwarzer wurde 1976 in Berlin geboren, ist eine echte Neuköllner Pflanze. 1996 machte sie ihr Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium. Studiert hat sie nicht, dafür eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gemacht. In diesem Beruf arbeitete sie ein paar Jahre, erst in Wedding, später am Potsdamer Platz.

Und zum Abschluss noch ein Selfie: Christina Schwarzer (40) mit B.Z.-Reporter Johannes Malinowski (Foto: Frank Senftleben)
Und zum Abschluss noch ein Selfie: Christina Schwarzer (40) mit B.Z.-Reporter Johannes Malinowski (Foto: Frank Senftleben)

1996 trat sie der CDU bei. Von 1999 bis 2013 war sie Mitglied der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung. Seit 2015 ist sie Kreisvorsitzende der CDU Neukölln. 2013 wurde es dann richtig ernst für die 40-Jährige mit den markant roten Haaren: Über die Landesliste zog sie erstmals in den Deutschen Bundestag ein.

Sie ist Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda und im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement. Außerdem Schriftführerin im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Christina Schwarzer ist kinderlos und lebt mit ihrem Lebensgefährten in Rudow.

Mit dem U-Bahnhof Rudow verbinden viele Berliner nur eine große Baustelle, von der aus der Bus zum Flughafen Schönefeld fährt. Doch Christina Schwarzer (40) mag den Ort, hier lässt sie sich auch für die Wahltour im B.Z.-Smart abholen.

Wie lange hat es gedauert, bis das Foto für Ihr Wahlplakat im Kasten war?

Das hat einen ganzen Tag gedauert. Ich habe gedacht, ‚Model werde ich nicht mehr‘. Tatsächlich wurde hinterher auch nicht mehr viel mit Photoshop gemacht. Ich finde, man muss erkennbar bleiben.

Ein paar Scherzkekse haben die Wahlplakate schon mit dem Stift bearbeitet.

Manchmal wird man auch lustig verunstaltet. Zahnlücken gehen immer. Oder eine Brille oder mehr Sommersprossen.

Sie haben über 3500 Facebook-Likes. Ist es im Jahr 2017 überhaupt noch angesagt, Plakate aufzuhängen?

Ich habe vor Kurzem mit einem Freund darüber geredet, ob man eine Quote mit den anderen Parteien vereinbaren soll, dass man nur noch 500 Plakate aufhängt. Alle Plakate, die man aufhängt, müssen auch wieder abgehängt werden. Ich glaube, es bringt insofern etwas, als dass die Leute merken, dass Wahlen sind. Politische Botschaften kann ich auf einem kleinen Plakat eh nicht unterbringen. Ich kann nur mein Gesicht rüberbringen und zeigen: So sieht Christina Schwarzer aus.

Fahren Sie eher Auto oder Fahrrad?

Ich fahre am Wochenende viel mit dem Auto, wenn ich zu Terminen muss. Aber ich habe mir neulich ein Fahrrad gekauft, das alte habe ich meiner Mutter geschenkt. Wenn ich in Rudow unterwegs bin, dann mit dem Fahrrad, weil es schneller geht. Zum Bundestag werde ich von der Fahrbereitschaft abgeholt. Von Rudow in den Bundestag brauchen wir aktuell etwa 35 Minuten. In der Zeit lese ich E-Mails und habe ersten Kontakt in mein Büro.

Endstation mit Christina Schwarzer ist der Gutshof Britz. Zum Schluss verrät sie noch, woran sie am meisten Spaß hat: „Jogginghose und Netflix an einem Sonntagnachmittag – es gibt doch nichts Schöneres!“

Schwarzer vorm B.Z.-Wahlsmart (Foto: Frank Senftleben .)
Schwarzer vorm B.Z.-Wahlsmart (Foto: Frank Senftleben .)

Der Wahlkreis in Zahlen:

Neukölln hat die Wahlkreisnummer 82

► 202.917 Wahlberechtigte

► Die größten Gruppen:

    45–59 Jahre mit 24,5 %

    und 25–34 Jahre

    mit 20,5 %

► Migrationshintergrund: 17,6 %

► evangelisch: 25,3 %

► katholisch: 10,6 %

► ledig: 42,8 %

► verheiratet: 39,2 %

► Hartz-IV-Fälle: 28,9 %

► Wohnlage einfach: 83,7 %

► Wahlbeteiligung 2013: 68,5 %

► Zweitstimmen 2013:

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