CDU beschließt gemeinsame Linie zur Flüchtlingskrise

Nach langem Streit über den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik hat die CDU eine gemeinsame Linie ohne Obergrenzen beschlossen. Der CDU-Parteitag stimmte in Karlsruhe mit großer Mehrheit für einen Kompromissantrag.

Bis zur letzten Minute liefen die Vorbereitungen in Karlsruhe am Vorabend des CDU-Parteitags. Und die Parteispitze tüftelte kurz zuvor noch am Leitantrag zum Thema Flüchtlingspolitik.

Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel wollte auf keinen Fall riskieren, dass es bei der Abstimmung darüber zum offenen Streit kommt. Zufrieden äußerte sie sich dann über die gefundene Kompromissformel, die da lautet: Die CDU sei entschlossen, den Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen durch wirksame Maßnahmen spürbar zu verringern – auch eine bewusste Entscheidung gegen die von der Schwesterpartei CSU geforderte Obergrenze bei den Flüchtlingszahlen.

Vor den rund 1000 Delegierten hielt die Kanzlerin eine flammende Rede, rief zum Zusammenhalt auf.

Angela Merkel: «Das ist eine historische Bewährungsprobe für Europa. Und ich sage, wir möchten, dass Europa diese Bewährungsprobe besteht.»

Für ihre Rede erhielt sie viel Beifall. Und der CDU-Parteitag stimmte mit großer Mehrheit für den Kompromissantrag.