Bundestagswahl 2017: Petry will AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören

Zu Beginn der AfD-Pressekonferenz nach der Bundestagswahl am Montagvormittag posierte das AfD-Spitzenteam noch gemeinsam für die Fotografen.

Eigentlich wollten die Spitzenkandidaten und Vorsitzenden der Partei das Wahlergebnis kommentieren. Die AfD hatte bei der Bundestagswahl 12,6 Prozent bekommen und war als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzogen. Doch dann ergriff Frauke Petry das Wort: Sie kritisierte erneut, dass die AfD zuletzt vor allem mit abseitigen Positionen Schlagzeilen gemacht habe und sorgte dann für einen politischen Paukenschlag:

„Lassen Sie mich ein letztes Wort sagen, weil ich glaube, dass wir an diesem Tag auch offen sein sollten, dass es inhaltlichen Dissens in der AfD gibt. Wir sollten diesen nicht totschweigen, weil das genau das ist, was wir von der Gesellschaft auch fordern, dass eine offene Kontroverse geführt wird. Die AfD von 2013 hat den klaren Anspruch vertreten – und so war es auch 2015 – am Ende schnell regierungsfähig zu werden. Das ist weiterhin mein Anspruch. Eine anarchische Partei, wie es in den vergangenen Wochen das ein oder andere Mal zu hören war, die die AfD sei, kann in der Opposition erfolgreich sein, aber sie kann eben dem Wähler kein glaubwürdiges Angebot für eine Regierungsübernahme machen. Und das ist der Grund meine Damen und Herren, unter anderem mit meinem Anspruch verbunden, dass ich aktiv gestalten möchte. Und eben Realpolitik im Sinne einer guten konservativen Politik machen werde. Für mich, nach langer Überlegung zu entscheiden, dass ich der AfD-Fraktion im deutschen Bundestag nicht angehören werde.“

Petry verließ anschließend die Pressekonferenz ohne weitere Fragen zu beantworten.

Die AfD-Führung wurde offenbar von dem Schritt Petrys überrascht, wie Petrys Co-Vorsitzender Jörg Meuthen einräumte: „Zunächst einmal darf ich mich im Namen meiner Partei bei ihnen entschuldigen. Das ist so nicht vorgesehen, das ist auch mit uns nicht so abgesprochen gewesen. Ich bitte Sie, die Entschuldigung anzunehmen.“

Petry wird nun als Einzelabgeordnete ins Parlament einziehen. Sie antwortete nicht auf die Frage, ob sie AfD-Chefin bleiben werde. Sie bat um Verständnis, dass sie sich zunächst nicht weiter erklären werde. Die Öffentlichkeit werde aber in den kommenden Tagen von ihr hören.