Bundestag verabschiedet Reform der Pflegeberufe

Künftig sollen Pflegeberufe attraktiver werden.

Nach jahrelanger politischer Diskussion hat der Bundestag am Donnerstag eine Reform der Pflegeausbildung beschlossen. Damit sollen Pflegeberufe attraktiver werden. Das Gesetz sieht vor, dass zunächst eine zweijährige fächerübergreifende Ausbildung angeboten wird. Danach entscheiden die Auszubildenden, ob sie im dritten Jahr die generalistische Ausbildung mit einem bestimmten Schwerpunkt fortsetzen und den Abschluss der „Pflegefachfrau“ beziehungsweise des „Pflegefachmanns“ erwerben wollen. Sie können aber auch im Bereich der Kinderkranken- oder der Altenpflege einen klassischen Abschluss machen. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege soll es künftig nicht mehr geben.

Die in mehreren Bundesländern noch üblichen Schulgebühren im Pflegesektor fallen weg und es wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt.

Bundesfamilienministerin Katarina Barley sagte, die Reform sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Anerkennung und Wertschätzung der Pflegekräfte in Deutschland. Davon profitierten vor allem Frauen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe sagte, es werde eine moderne Pflegeausbildung geschaffen.

„Insofern ein starkes Signal an die Pflegekräfte; die Abschaffung des Schulgeldes, eine Praxisanleitung, die die Ausbildungsqualität verbessert und ergänzend ein Pflegestudium, um auch die Möglichkeiten vom Austausch von praktischer Pflege zur Pflegewissenschaft zu schaffen. Also ein starkes Signal dafür, das sich einreiht in eine Reihe von Maßnahmen, mit denen wir die Arbeitsbedingungen in der Pflege von der Zahlung von Tariflöhnen bis hin zur Verbesserung bei den Personalschlüsseln vorantreiben.“

Das neue Gesetz gilt für alle Ausbildungen, die ab dem 1. Januar 2020 begonnen werden.