Brüssel: Nato tritt Anti-IS-Koalition bei

Beim Besuch von US-Präsident Donald Trump in Brüssel stehen einige unbequeme Fragen auf dem Programm. Zwischen der EU und Washington gibt es Differenzen, unter anderem bei den Themen Klima- und Handelspolitik. Und die waren laut EU-Ratspräsident Donald Tusk auch nach dem Treffen mit seinem Namensvetter nicht ausgeräumt. Einigkeit gebe es zum Beispiel beim Kampf gegen den Terror, sagte Tusk. Bei Klimaschutz und Handel hingegen nicht. „Und ich bin nicht zu 100 Prozent sicher, dass wir heute sagen können, wir hätten eine gemeinsame Position zu Russland“, sagte der EU-Ratspräsident.

Mit Spannung wird auch Trumps erstes Spitzentreffen mit den Staats- und Regierungschefs der verbündeten Nato-Staaten erwartet. Die Allianz will dem US-Präsidenten offenbar finanziell und im Kampf gegen den Terror stärker entgegenkommen. Das Bündnis werde am Abend beschließen, der Anti-IS-Koalition beizutreten, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Am Vortag hatte er bereits verkündet, dass die Alliierten künftig Jahrespläne zur Erreichung der finanziellen Nato-Ziele vorlegen würden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Entscheidung der Nato sei ein starkes Zeichen:

„Wobei klar ist, dass damit keine neuen Beiträge Deutschlands verbunden sind, über das hinaus, was wir bisher tun.“

Die Nato ist abhängig von der mächtigen Militärmaschinerie der USA und wirbt bei ihrem Mini-Gipfel um die Gunst Trumps, der das Bündnis obsolet genannt hatte, weil es zu wenig im Kampf gegen den Terror tue.