Blindgänger bei Bauarbeiten gefunden: Evakuierungen in Frankfurt haben begonnen

In der Mainmetropole soll am Sonntag ein Blindgänger entschärft werden. Mehr als 60.000 Menschen müssen den Sicherheitsbereich verlassen.

n Frankfurt am Main laufen die Vorbereitungen für eine der größten Evakuierungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Am Sonntag müssen mehr als 60.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen wegen einer Bombenentschärfung verlassen. Nahe dem Stadtzentrum sei eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

In dem von den Behörden ausgewiesen Evakuierungsgebiet liegen Krankenhäuser, Hochschulen und Behörden. In zahlreichen Einrichtungen, wie etwa diesem Altenheim, haben die Vorbereitungen bereits begonnen. Direktor Michael Reeder: „Wir sind ein großer Träger, der viele Standorte im ganzen Rhein-Main-Gebiet und in ganz Deutschland hat. Und wir haben einfach gesehen, wo sind noch Kapazitäten frei und da haben wir gesagt, da könnte man mal hingehen, da könnt ihr jetzt so eine Art Kurzurlaub machen. Gar nicht das als Evakuierung direkt gesehen, sondern eher auf die spaßige, auf die freundliche Seite, so dass der Bewohner auch ein Erlebnis daraus ziehen kann.“

Der Blindgänger war bei Bauarbeiten gefunden worden, sagte Frankfurts Feuerwehrchef Reinhard Ries: „Diese Bombe hat über 1,4 Tonnen Sprengstoff, hochbrisanten Sprengstoff und ist eine Druckluftbombe. Das bedeutet, und das ist wichtig zu wissen, dass nicht die Splitterwirkung alleine das Problem dieser Bombe ist, was man sehr oft so von den anderen Bomben kennt, sondern dass sie durch die Druckluft oder durch den Überdruck, den sie erzeugt, alles Gebäude in einem Mehrere-Hundert-Meter Umkreis zerlegen wird. Wenn es schief geht. Es geht mir nicht um Panikmache, es geht mir nur um den Ernst der Lage klarzumachen, was es bedeutet, wenn es nicht gelingt, diese Bombe sicherheitsgemäß zu entschärfen.“

Viele der betroffenen Anwohner haben bereits Pläne gemacht, wie sie den Sonntag verbringen wollen: „Ich nehme es so, wie das ist, ich bereite mich einfach vor. Früh morgens losum sieben Uhr und dann ins Ausland, ja macht man sich einen schönen Tag und das machen andere auch, ja, ich finde das auch in Ordnung so, muss sein, leider.“

„Also die Hunde nehme ich mit, aber ich habe auch tatsächlich noch zwei Katzen und die kriege ich nicht umgezogen, ich gehe zu einer Freundin nach Bad Homburg, ja, aber die kommen mit.“

„Kommt auf`s Wetter an, in Garten gehen, Museen besuchen, Essen gehen. Was soll man anderes machen – und warten, dass nichts passiert.“

Wenn dann alles gut geht, ist die Bombe bis Sonntag abend entschärft. Dann können die Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen.