Besetzung der Berliner Volksbühne beendet

Rund eine Woche nach der Besetzung der Berliner Volksbühne durch die Gruppe „Staub zu Glitzer“ hat die Polizei am Donnerstag das Gebäude geräumt. Am vergangenen Freitag hatte das Künstler-Kollektiv mit der Besetzung des Theaters begonnen. Die Teilnehmer sprachen von einer Kunstaktion und wollten mit ihrer „transmedialen Theaterinszenierung“ gegen die Berliner Kultur- und Stadtentwicklungspolitik protestieren und auch den ungeliebten neuen Intendanten der renommierten Bühne, Chris Dercon, vertreiben. Sarah Wartefeld, Sprecherin der Gruppe „Staub zu Glitzer“:

„Wir wünschen uns von Beginn an dieser Inszenierung eine Kooperation – selbstverständlich mit Herrn Dercon. Er ist eingeladen wie jeder andere Mensch dieser Stadt, der sich zu unseren Prämissen bekennt, zu Feminismus, Anti-Rassismus und queerem Leben eingeladen, an diesem Kollektiv zu partizipieren. Das ist ja keine Ausschlussveranstaltung. Das gleiche gilt natürlich für alle Künstlerinnen und Künstler, die bei Chris Dercon waren.“

Noch am Mittag hatte es so ausgesehen, als würde es keine Räumung geben. Denn der Berliner Senat und die Volksbühne hatten den Besetzern angeboten, zwei Räume in dem Gebäude für ihre Aktionen zu nutzen. Nach Gesprächen mit Dercon hatte dann laut Polizei ein Großteil der Besetzer das Gebäude verlassen, wie Polizeisprecher Winfrid Wenzel am Donnerstag in Berlin mitteilte:

„Die aktuelle Situation hier im Bereich der Volksbühne aus Sicht der Polizei Berlin stellt sich so dar, wie wir uns das erhofft haben. Es ist so, dass aktuell im Gebäude noch etwa zwölf bis 14 Personen sind, die aber vor dem Hintergrund der Ansage des Herrn Dercon (Anm. d. Red. Intendanten der Volksbühne Chris Dercon) gerade dabei sind, alle Dinge einzupacken, die sie mitnehmen wollen. Das heißt, auch ein bisschen Infrastruktur, Beamer, Logistik, auch künstliche und künstlerische Installationen. Das heißt, es wird noch einen kleinen Moment dauern, dass aber die Bereitschaft da ist, das Gebäude zu verlassen.“

Trotz des Angebots, beim freiwilligen Verlassen der Räumlichkeiten auf eine Strafverfolgung zu verzichten, wollten rund 15 Besetzer der Aufforderung nicht folgen und wurden schließlich durch Polizeikräfte aus der Volksbühne geleitet. Mehr als ein Dutzend Mannschaftswagen waren vor dem Theater am Rosa-Luxemburg-Platz aufgefahren und die umliegenden Straßen waren am Donnerstag in Berlin weiträumig abgesperrt.