Berlin: Sicherheit steht auch für Kirchentags-Helfer an erster Stelle

Noch schnell eine kleine Stärkung bei der Ankunft in Berlin am Morgen – für die Reisegruppe aus der Nähe von Frankfurt am Main wird es vermutlich ein langer Tag. Die Pfandfinder sollen beim Evangelischen Kirchentag in der Bundeshauptstadt aushelfen. Die Aufgaben sind mannigfaltiger Art.

PFADFINDER TORGE THIEMANN: „Den Menschen sagen, hier ist die Toilette, da ist der Stand über dieses interessante Thema. Oder auch einfach nur wenn sie zu der Halle wollen geht es da lang, und das machen wir jetzt dieses Jahr.“

PFADFINDER FLORIAN STEIN: „Es macht halt einfach Spaß Menschen zu helfen, und den Kirchentag mitzuerleben.“

Viel zu tun gibt es unter anderem in den Messehallen. Das Gelände am Funkturm ist einer von zahlreichen Veranstaltungsorten. Der 36. Kirchentag findet gleichzeitig in Berlin und in der Lutherstadt Wittenberg statt. Zu den mehr als 2000 Gottesdiensten und Veranstaltungen werden bis zu 200.000 Besucher erwartet.

Neals Nowitzki ist für die Helferdienste zuständig. Er selbst kam einst als kleiner Ordner zum Kirchentag. Einmal dabei, sei man gefangen, sagt er.

„Der Wert gebraucht zu werden ist es, man rockt den Kirchentag, man ist ein kleines Zahnrädchen, oder ein größeres, aber man ist wichtig, man wird gebraucht und man übersteht diese Veranstaltungstage, um für den Teilnehmenden schlussendlich einen wunderbaren Kirchentag zu zaubern.“

An erster Stelle steht für Organisatoren und Helfer in diesem Jahr das Thema Sicherheit. Besucher müssen sich auf Sperrungen und zahlreiche Kontrollen einstellen. So wie hier am Breitscheidplatz, wo ein islamistischer Attentäter im Dezember mit einem LKW zwölf Menschen auf einem Weihnachtsmarkt tötete, hat die Polizei vielerorts Betonpoller aufgestellt. Die Plätze werden per Video überwacht. Erstmals wird es Taschenkontrollen bei einem Kirchentag geben. Eine Reaktion auf den Anschlag in Manchester am Montag, bei dem 22 Menschen getötet wurden, sind die Maßnahmen laut Polizei aber nicht. Angesichts der seit Jahren sehr hohen Terrorgefahr sei das Sicherheitskonzept ohnehin sehr umfangreich. Darauf vertraut auch Christina Aus der Au, die Präsidentin des 36. Kirchentages.

„Wir sind vorher schon gut vorbereitet gewesen, sind es jetzt. Wir haben mit dem Polizeipräsidium gesprochen, die haben uns versichert, dass sie die Sache, so weit es Menschen möglich ist, im Griff haben. Ich bin sehr erschüttert von Manchester, das ist total gemein. Auf Jugendliche und Kinder loszugehen, das ist der unterste Grad von Fiese.“

Mit einem Gottesdienst wird der Evangelische Kirchentag am Mittwochabend in Berlin eröffnet. Am Donnerstag nehmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der frühere US-Präsident Barack Obama an einer Veranstaltung am Brandenburger Tor Teil. Der Abschlussgottesdienst wird dann am Sonntag in Wittenberg gefeiert.