Berlin-Kreuzberg: Großer Zulauf beim Karneval der Geflüchteten

Am Sonntag gab es in der Hauptstadt Demonstration und Kunstaktion in einem. Rund 2.300 Teilnehmer meldete die Polizei.

Am Wochenende in Berlin-Kreuzberg: Der Karneval der Geflüchteten soll gleichzeitig politische Demonstration für die Rechte der Flüchtlinge und Kunstaktion sein. Rund 2.300 Teilnehmer meldet die Polizei. Aufgerufen haben unter anderem die Berliner Bühnen, die diesen Karneval als Teil des Internationalen Tages gegen Rassismus betrachten, wie der Dramaturg Florian Borchmeyer von der Schaubühne sagt:

„Das hat den Hintergrund, dass wir an die widerständische Tradition des Karnevals anknüpfen wollen. Der Karneval hat in seiner Geschichte in den verschiedenen Kulturen ja immer ein Element der gesellschaftlichen Subversion. die gesellschaftlichen Verhältnisse werden für einen tag umgedreht, das Oberste wird zuunterst gekehrt, man lacht sich über die Machthabenden kaputt, und das wollen wir auch tun. “

Eingeleitet wird der Karneval von einer Kunstaktion, bei der Stoffbahnen eine Mauer symbolisieren sollen. Diese symbolische Mauer wird dann gemeinsam aufgebrochen, womit diese Art von Grenze als „niedergerissen“ dargestellt werden soll.

„Wir wollen unsere Forderungen, die die Forderungen für die Rechte der Geflüchteten sind, die die Forderungen für ein Leben in Würde, für ein Recht auf Arbeit, für ein Recht auf Bildung sind, in form eines Karnevals auf die Straße bringen und dabei gleichzeitig den Geflüchteten selbst eine Plattform zu geben, um die Straße zu nehmen.“

Mit der Aktion wollten Veranstalter und Teilnehmer nicht zuletzt gegen die Flüchtlingspolitik von Bundesregierung und EU protestieren. Denn durch diese werde das Recht auf Asyl immer weiter ausgehöhlt. Zudem wolle das Land Berlin Flüchtlinge in Massenunterkünften isolieren, hieß es. Auch dagegen wollten die Beteiligten ihre Stimmen erheben.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters