Auf den Champs-Élysées: Polizist bei Anschlag in Paris getötet

Polizei-und Rettungswagen am Donnerstagabend auf den Champs-Elysees in Paris. Hier hatte nach Angaben des Innenministeriums ein Angreifer einen Polizisten erschossen und zwei weitere verletzt, bevor er von Sicherheitskräften getötet wurde. Ein weiterer Attentäter könnte noch auf der Flucht sein.

Kurz nach 21.00 Uhr habe ein Auto neben einem parkenden Polizeiwagen gehalten, schilderte ein Sprecher des Innenministerums die Tat. Dann sei das Feuer auf die Beamten eröffnet worden. Dieser Mann war in der Nähe, als es passierte:

„Das war ein Terrorist. Er hatte eine Kalaschnikow und fing an zu schießen. Er hätte auf die Leute auf dem Gehweg schießen können, dann hätte er mehr Menschen getötet. Aber er zielte auf die Polizisten. Zum Glück haben ihn die Polizisten getötet.“

Der Sprecher des Innenministeriums wollte zunächst keine Angaben zum Hintergrund machen, erklärte aber, die Polizisten seien gezielt angegriffen worden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es einen weiteren Angreifer gegeben habe. Die Ermittlungen liefen.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, der Täter sei identifiziert worden, nannte aber aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details. Die Polizei durchsuchte ein Haus im Osten von Paris, wo er gewohnt haben soll. Aus Polizeikreisen verlautete, der Mann sei den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen. Fernsehsender berichteten, es handele sich um einen 39-jährigen Franzosen, der bereits mehrere Gewalttaten begangen habe.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat umgehend für sich.

Der IS erklärte über die ihm nahestehende Agentur Amak, der Täter sei ein Belgier mit Namen Abu Yousif.

Der französische Präsident Francois Hollande zeigte sich überzeugt, dass es sich um einen terroristischen Angriff handelte.

Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei forderte die Pariser auf, sich vom Tatort fernzuhalten. Zum Zeitpunkt der Tat waren viele Menschen auf den auch bei Touristen beliebten Champs Elysees unterwegs.

Nach zahlreichen islamistisch motivierten Anschlägen gilt in Frankreich noch immer der Ausnahmezustand.