Anschlag auf griechischen Ex-Regierungschef

Der frühere griechische Ministerpräsident Lukas Papademos ist bei einem Anschlag verletzt worden. Der Sprengsatz war in einem Päckchen versteckt und explodierte am Donnerstag in Athen im Auto des 69-Jährigen.

In dieser Limousine ist er explodiert, der Sprengsatz, der den früheren griechischen Ministerpräsidenten Lukas Papademos am Donnerstag verletzt hat. Er war in einem Päckchen in dessen Auto versteckt. Der Polizei zufolge schwebt der 69-Jährige nicht in Lebensgefahr. Aus dem behandelnden Krankenhaus hieß es, Papademos werde wegen oberflächlicher Wunden am Bauch und einer etwas tieferen Verletzung am rechten Bein behandelt. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Ein Insider der Polizei erklärte zudem, zwei weitere Personen in Papademos‘ Auto seien verletzt worden. Griechischen Medien zufolge handelte es sich um einen gepanzerten Wagen. Deswegen habe die Wucht der Explosion nicht nach außen gelangen können.

Mehrere Politiker besuchten Papademos im Krankenhaus, darunter auch der ehemalige griechische Premierminister Kostas Simitis.

O-Ton: „Papademos hat unter sehr schwierigen Umständen sehr geholfen. Dieser mörderische Anschlag auf sein Leben zeigt, dass wir in diesem Land eine düstere Situation haben. Diejenigen, die ihre Jobs gut machen und sich um das Land kümmern, werden zu Zielscheiben.“

Papademos war jahrelang Chef der griechischen Notenbank und wechselte später als Vizepräsident zur Europäischen Zentralbank. Danach wurde er schließlich im Jahr 2011 mitten in der Schuldenkrise zum Ministerpräsidenten gewählt und war bis ins folgende Jahr im Amt. Er galt immer eher als Experte, denn als Politiker.

In Griechenland kommt es zwar immer wieder zu Angriffen auf Politiker, Unternehmen oder die Polizei. Die Attacke auf Papademos war jedoch die folgenschwerste seit dem Jahr 2010, als ein Mitarbeiter des damaligen Sicherheitsministers durch eine Paketbombe getötet wurde.