Anklage gegen Finanzchef des Vatikan wegen Kindesmissbrauch

Dem 76-jährigen werden lange zurückliegende Sexualstraftaten vorgeworfen, hieß es.

Nähere Angaben machten die Ermittler zunächst nicht.

Im vergangenen Jahr waren Vorwürfe bekanntgeworden, er habe als junger Priester in den Siebziger- und Achtzigerjahre mehrere Junge sexuell belästigt. Pell hatte die Vorwürfe als unwahr zurückgewiesen.

Der Australier ist im Vatikan für den Haushalt zuständig und hat damit eine wichtige Position inne. Früher war er unter anderem Erzbischof von Melbourne und Sydney.

Er muss nun am 18. Juli zu einer Gerichtsanhörung in Melbourne erscheinen. Er werde sich vor Gericht entschieden gegen die Vorwürfe wehren, hieß es aus seinem Umkreis.

Die Vorwürfe sind auch deshalb brisant, weil Pell eingeräumt hatte, dass die katholische Kirche in Australien den Missbrauch von Kindern über Jahre hinweg heruntergespielt habe. In diesem Zusammenhang hatte die Kirche mehrere tausend Opfer finanziell entschädigt.

Papst Franziskus hatte versprochen, bei Kindesmissbrauch konsequent durchzugreifen.