Air-Berlin-Mitarbeiter protestieren bei Merkel-Wahlkampfauftritt in Neuss

Knapp 40 Jahre nach der Gründung steht Air Berlin vor der Zerschlagung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel absolviert ihre letzten Wahlkampfauftritte. In Neuss wurde sie am Donnerstagabend von Air-Berlin-Mitarbeitern empfangen worden. Die geschätzt 50 bis 80 Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft hielten während Merkels Rede Schilder mit der Aufschrift „I love Air Berlin“ in die Höhe. Als die Kanzlerin auf Ängste vor Jobverlust unter Arbeitnehmern in Deutschland zu sprechen kam, brachen die Protestierenden in Jubel aus.

An das Publikum gewandt sagte Merkel:

„Zur Erklärung: Es sind Piloten von Air Berlin, denen wir natürlich auch das Allerbeste wünschen, wie allen Menschen, die einen Job haben und ihn gerne behalten möchten. Und wir haben uns ja auch schon sehr verantwortlich in diesem Zusammenhang gezeigt, glaube ich, als Staat, um eine Brücke zu bauen hin zu einer neuen Zukunft. Und das ist auch richtig so und das tun wir nicht nur bei Air Berlin, sondern das tun wir in vielerlei Hinsicht.“

Knapp 40 Jahre nach der Gründung steht Air Berlin vor der Zerschlagung. Den Löwenanteil soll die Lufthansa übernehmen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von Insidern erfuhr. Weitere Teile gingen an den britischen Billigflieger EasyJet und eventuell an die Thomas Cook-Tochter Condor. Darauf habe sich der Gläubigerausschuss verständigt, bestätigten zwei weitere Insider. Die Verhandlungen gingen allerdings noch bis zum 12. Oktober weiter.