Die Äskulapnatter: Mythenumwobenes Reptil schlängelt sich durch Hessens Wälder

Auf jedem Apothekenzeichen windet sie sich um einen Arzneikelch. Die Äskulapnatter ist zwar in unserem Alltag vielfach präsent – in freier Wildbahn bekommt man sie in Deutschland nur selten zu Gesicht.
Die Biologin Annette Zitzmann schätzt die Zahl der Äskulapnattern in Hessen auf ungefähr 10 000 Tiere.

Annette Zitzmann, Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (AGAR): «Die Äskulapnatter, die kommt in Deutschland und speziell in Hessen nur an ganz, ganz wenigen Orten vor und befindet sich da eben in einer isolierten Population, also, auf kleinem Raum kommt diese Schlange nur vor. Dadurch ist sie per se schon mal gefährdet.»

Der Bestand sei derzeit stabil, sagt sie. Das könne auch an den besonderen Bemühungen für den Schutz der Schlangen liegen.
In Hessen steht die europaweit streng geschützte Äskulapnatter besonders im Fokus.

Annette Zitzmann, Biologin: «Einerseits kann man ihr bei der Fortpflanzung helfen, in dem man ihr geeignete Nisthilfen anbietet. Das können speziell errichtete Komposthaufen mit starken Holzeinfassungen sein, das kann aber auch der private Kompost im Garten sein. Und dann kann man sich speziell um ihre Winterquartiere kümmern, die allerdings nicht so einfach zu finden sind.»

Einer der Komposthaufen für die Eiablage steht im Wald nahe Schlangenbad. Die Matten wurden von den Biologen ausgelegt, um Teile des Haufens trocken und warm zu halten. Ob diese Bemühungen gefruchtet haben?

Annette Zitzmann, Biologin: «Das würden wir mal auf jeden Fall hoffen und an sehr, sehr vielen Orten wurde nach zwei, drei Jahren diese Nisthilfe angenommen und die Tiere haben sich wunderbar vermehrt.»

Damit es auch weiterhin rund um Schlangenbad kräftig schlängelt.