Die Revolution der Luftgitarre

Ein britisches Startup-Unternehmen will mit der „Kurv Guitar“ ein virtuelles Instrument auf den Markt bringen, dass aus Luft Gitarrenklänge zaubert.

Beim Luftgitarrespielen ist Posing alles. Wer hier in die imaginären Saiten haut, vergreift sich niemals im Ton. Einen eigenen Sound gibt´s aber natürlich auch nicht.

Ein britisches Startup-Unternehmen könnte das Genre in völlig neue Dimensionen bringen. Die sogenannte Kurv Guitar funktioniert ohne Korpus oder Saiten. Hier sorgen Sensoren und ein Touchpad für den richtigen Sound. Der musikalische Leiter von Kurv, Jack Fuller, zeigt, wie´s geht.

„Man wählt hier die richtige Saite aus, dann nimmt man das Plektrum und spielt.“

Klingt einfach. Tatsächlich steckt in der Kurv Guitar aber eine Menge Forschungsarbeit, wie der Firmenmitbegründer Suran Goonatilake erklärt.

„Wir haben viele verschiedene Sensoren verwendet. Beschleunigungsmesser, Gyroskope, Magnetometer und berührungsempfindliche Instrumente. Das Ganze wird dann mit dem Smartphone verbunden, das genug Rechenleistung hat, um Musik in Echtzeit zu synthetisieren. Hinzu kommt noch weitere Technik – die Maschine ist lernfähig, damit es die Gesten verstehen kann.“

In einem Londoner Gitarrenladen weckt der Prototyp, der im kommenden Jahr marktreif sein soll, Neugier, von Liebe auf den ersten Blick kann bei diesem Musiker allerdings keine Rede sein.: „Ich vermisse das Holz, das ist doch ein wichtiger Teil. Aber ich bin sicher, für Kinder ist das ein tolles Spielzeug.“

Und auch für Musiker, die stets gewappnet sein wollen, findet Goonatilake. Man weiß ja nie, wann und wo die Muse einen küsst.

„Es ist leicht zu tragen. Wenn man also unterwegs komponieren will, stöpselt man einfach die Kopfhörer ein. Es verfügt über die volle chromatische Tonleiter und ist musikalisch sehr akkurat. Wir finden, dass es sich für viele verschiedene Leute eignet. Für Laien, die noch nie gespielt haben, ebenso, wie für Musiker, die es als Ergänzung zu ihren herkömmlichen Instrumenten nutzen.

Schmerzhafte Blasen an den Fingern kann man mit der virtuellen Gitarre ebenso vergessen, wie ständig kurze Fingernägel an der Greifhand.

Und wer es sich ganz einfach machen möchte, kann aus der App berühmte Gitarren-Riffs auswählen.

„Smoke on the Water“ in nur zehn Minuten, nicht schlecht, auch wenn die nötige Rock´n´Roll Coolness vielleicht noch fehlt. Aber die kann man ja auch auf andere Weise ausleben.