Und plötzlich stand mein Urlaubsflirt vor der Tür

Die letzte Nacht war ein Traum. Wir beide am Strand auf Mykonos, das Rauschen der Wellen, das Mondlicht auf unserer nackten Haut. Das sinnliche Ende einer wunderbaren Sommerromanze. Drei Wochen danach – zurück im Alltag – stand er jetzt plötzlich vor meiner Tür.

Noch nie hatte ich einen Urlaubsflirt in der Verlängerung erlebt. Warum also nicht die Leidenschaft in Berlin neu entfachen? Bei meiner Freundin Maja hatte es ja auch geklappt. Sie ist mit ihrer Ferienaffäre seit letztem Sommer fest zusammen. Einen Versuch ist’s also wert …

Ich weiß noch, wie ich Tom in der Griechen-Disco kennenlernte. Interessant sah er aus mit seinen zerzausten Haaren, dem Dreitagebart, dem undurchsichtigen Lächeln. Wie schön! Berauscht von der Freiheit, von der Hitze der Nacht und all dem Wein, wollte ich ihn unbedingt. Und hatte ihn. Eine geile Zeit.

Nun – im Licht der Realität – hatte er sich verändert. Seine Haare waren jetzt nach hinten gegelt, der Bart komplett abrasiert, die Schultern für mein Beuteschema eigentlich zu schmal. Auf Mykonos war mir das gar nicht aufgefallen … Warum ich nicht auf seine SMS reagiere? Peinliches Schweigen … Mein engelsgleiches Lächeln fehle ihm so unendlich. Ein bisschen zu dick aufgetragen. Ich schlug einen Kaffee vor – in der Bar um die Ecke. Erst mal Abstand zwischen ihn und meine Wohnung bringen. Ärgerlich ohnehin, dass ich damals angeheitert die Adresse verraten hatte.

Bis zur Bar kamen wir aber gar nicht. Unten auf der Straße küsste er mich plötzlich. Kein Kribbeln mehr – und zu allem Überfluss auch noch Mundgeruch. Ich drückte ihn weg, legte eine betroffene Miene auf und erklärte, auf Arbeit jemand anderen kennengelernt zu haben. Seine Enttäuschung konnte er nicht verbergen. „Kein Sex zum Abschied?“, schlug Tom traurig vor.

Ich schüttelte nur mit dem Kopf, strich ihm über die Wange und ging zurück. Unsere letzte Nacht auf Mykonos soll in Erinnerung bleiben …

Und plötzlich stand mein Urlaubsflirt vor der Tür