Sollte man erotische Fantasien für sich behalten?

Sie genießt den Orgasmus, er kann viermal pro Nacht.

Am Anfang einer Beziehung klappt der Sex meist oft ohne Worte. Sobald der erste Rausch vorbei ist, kommen Paare allerdings meist nicht drumherum, sich konkret über ihre erotischen Wünsche auszutauschen. Sonst kommt es häufig zu Missverständnissen im Bett. In etwa: Er will Französisch, sie lieber chinesisch …. essen gehen!

Aber das Reden über Sex ist in deutschen Betten nicht gerade Königsdisziplin.

Laut repräsentativer Durex-Studie trauen sich 38 Prozent der Männer nicht, mit ihren Partnerinnen über ihre Vorlieben zu sprechen. Frauen sind sogar noch schüchterner, nur jede zweite äußert ihre sexuellen Wünsche. Gar nicht gut, meinen Experten. Wer Erfüllung im Bett haben will, muss über die eigene Lust sprechen, sonst wird die körperliche Liebe zum Trial-and-error-Experiment mit Frustpotenzial.

Aber wie kann man es schaffen, offen über Beziehungssex zu reden? Tipp von Paartherapeuten: mutig sein, nicht lange rumdrucksen, keine falsche Rücksichtnahme. Viel zu oft wird mit erotischen Wünschen und Fantasien hinterm Berg gehalten, um den Partner nicht zu verletzen.


Beispiel: Er mag stundenlanges Ohrengeknabber eigentlich nicht so, stattdessen hätte er gern mal richtig schnellen, harten Sex mit ihr.

Ausweg: Raus mit der Wahrheit – und abwarten, was passiert.

Enthüllungen erotischer Art verunsichern den Partner zwar oft im ersten Augenblick – aus genau dieser Unsicherheit kann aber wieder neue sexuelle Spannung entstehen, so die Expertentheorie. Statt bei Gegenwind sofort panisch zurückzurudern („So habe ich es nicht gemeint“, „Du bist trotzdem der Hammer im Bett“), deshalb lieber die unangenehme Situation aushalten und selbstbewusst zu den eigenen Bedürfnissen stehen.

Im Idealfall entwickelt sich trotz anfänglicher Abwehrreaktion des Partners ein erotisches Gespräch – und langfristig mehr Zufriedenheit und Klarheit beim Sex.

Sollte man erotische Fantasien für sich behalten?