Meine erste FKK-Erfahrung war nicht sehr anziehend

„Ich kenne da ein lauschiges Plätzchen…“ Mit diesen Worten begann am Freitag mein Date mit Dina. Ich hatte sie kürzlich in einer Bar über den Dächern der Stadt kennengelernt. Blond, Mitte 30, selbstbewusst und meist mit sehr knappen Outfits unterwegs. Wie freizügig sie wirklich drauf ist, war mir aber bislang nicht klar.

Denn unser Ziel war ein kleiner See vor den Toren der Stadt. Und dort erlebte ich mit ihr meine erste FKK-Erfahrung überhaupt. Ich hatte mich bisher nie für den Freikörper-Kult begeistern können. Doch mit einer Dame wie Dina probiert man eben alles mal aus.

Dabei war auf dem Weg zum Strand noch gar keine Rede von FKK. Als wir ankamen, dachte ich erst, wir wären unter uns. In einer gemütlichen Ecke unter Bäumen und hinter hohem Schilf küssten wir uns. „Lass uns nackt baden“, schlug sie plötzlich vor. Warum nicht. Es war endlich mal wieder ein richtiger Sommerabend. Und Sex im kühlen See kann etwas ziemlich heißes sein. Als wir dann aber – ohne Bikini und Badehose – zum Wasser liefen, erblickte ich zu meinem Entsetzen Dutzend nackter Körper neben mir.

Fast jeder dritte Deutsche mag Nacktbaden

Fast jeder dritte Deutsche mag Nacktbaden

Und das war aus zwei Gründen extrem irritierend. Zum einen, weil ich Dina neben mir Laufen sah – mit ihren leicht wippenden Brüsten – und mein Kopf und Unterkörper die ganze Zeit an Sex dachten, ich mich aber von allein Seiten beobachtet fühlte. Zum anderen, weil der Rest der FKKler um uns herum nicht zu ignorieren war. Da standen drei eher kräftige Frauen rauchend beim Smalltalk. Nun haben die wenigsten Menschen Modelmaße, was auch überhaupt nicht schlimm ist. Doch genau deshalb zieht man ja normalerweise Bikini oder Badeanzug an. Die Herrentruppe auf der andere Seite war sogar relativ durchtrainiert. Aber vier unverhüllte Penisse muss ich nun auch nicht unbedingt in freier Wildbahn sehen. Besonders befremdlich war dann noch der Anblick eines FKK-Pärchens im Rentenalter, das mit vollem Körpereinsatz Federball spielte…

Warum sie Freikörperkultur mag, wollte ich im See von Dina wissen. Sie sei zu Ostzeiten mit ihren Eltern immer am FKK-Strand gewesen und habe das daher immer als „natürlich Entspannung in der Natur“ gesehen. Sie gehört damit zu 28 Prozent der Deutschen, die zumindest hin und wieder nackt am Strand liegen.

Ich akzeptiere diese Vorliebe, kann mich aber auch nach meiner ersten FKK-Erfahrung nicht damit anfreunden. Ende der Woche wollen wir wieder baden gehen. Doch diesmal werde ich den Strand aussuchen. Und als Geschenk gibt‘s für Dina einen heißen Bikini. Sie kann sich ohne Kleidung zwar durchaus sehen lassen. Ich mag es aber auch nicht, wenn andere Männer auf die nackten Brüste und den entblößten Intimbereich meiner Partnerin starren.

Meine erste FKK-Erfahrung war nicht sehr anziehend