Kein Sex zur Fastenzeit

Gott sei Dank ist der Karneval endlich vorbei! Vor lauter Feierei komm’ ich morgens ja schon gar nicht mehr hoch.

Deshalb ist es jetzt Mal an der Zeit, Fingern und anderen Gliedmaßen eine Auszeit zu gönnen. Und da kommt die Fastenzeit wie gerufen. Schließlich schließt die sich ja nahtlos an den Karneval an. Sie beginnt am Aschermittwoch, dem Tag nach Faschingsdienstag, und endet in der Osternacht.

40 Tage Verzicht – ein hartes Brot! Zumal ich nicht mit dem Trend gehe. Denn, so las ich jüngst in einer großen Zeitung, wollen in dieses Jahr gerade einmal 13 Prozent der Deutschen Verzicht üben.

Ich habe mir dennoch viel vorgenommen. Und um mich auch immer daran zu erinnern, habe ich einen Vierpunkteverzichtsplan verfasst.

► Alkohol ist tabu!

Und eigentlich ist das auch nur von Vorteil: Ich hab’ keinen Kater, keinen Filmriss und keine Fahne. Außerdem ist ein Ende der der Dursttrecke absehbar.

► Keine Kippen!

Gut, die ersten Tage werde ich ordentlich abhusten. Aber dann schmeckt alles viel besser. Auch meine Kollegen werden sich sicher freuen, wenn mich nicht mehr ständig der Duft von kalter Asche begleitet. Und billiger ist es ohnehin!

► Nichts Süßes, nichts Fettiges!

Hm, keine Chips vor der Glotze, kein Schokoriegel zwischendurch, keine Torte zum Kaffee. Stattdessen Salatblätter, Bio-Kartoffeln und getrocknete Apfelringe. Da muss ich zwar schlucken – aber vielleicht komme ich ja dadurch auf den Geschmack und brutzel mir künftig keine Steaks mehr, sondern Tofuwürste.

► Kein Sex!

Sechs Wochen. Mein erstes Mal. Aber, so habe ich in einem Erfahrungsbericht gelesen, lernt man dadurch die Zärtlichkeit wieder. Und medizinisch ist es völlig unbedenklich. Allenfalls verdoppelt sich die Menge der Samenflüssigkeit, hat mir mein Urologe gesagt. Und das ist ja nur gut für die Fortpflanzung.



Kein Sex zur Fastenzeit