Fasst euch doch mehr an!

800 Millionen Tastrezeptoren unserer Haut warten sehnlichst auf ihn: Körperkontakt. Der tut nachweislich gut, macht uns stark, selbstbewusst – und ist sogar lebenswichtig. Dennoch fassen wir uns immer weniger an. Höchste Zeit, das zu ändern!

Frisch Verliebte berühren sich 38,9-mal am Tag, sagt die Statistik. Sie können die Finger im wahrsten Sinne nicht voneinander lassen. Doch schon nach wenigen Jahren schrumpft die Zahl auf niedrigste Promillewerte. Dabei ist der Tastsinn unser sinnlichster Sinn. Berührungen gehen unter die Haut. Und entfachen dort ein Feuerwerk der Gefühle. Natürlich gibt es empfindsame Stellen, die sich ganz besonders über Körperkontakt freuen, wie etwa Hals und Nacken – oder auch die Flanken. Aber: Eigentlich ist es fast egal, wo Sie Ihr Gegenüber berühren. Auf das Wie kommt es an. Vor allem bewusst sollte die Berührung sein. Spürbar – und doch mit Fingerspitzengefühl.

Doch in Zeiten, in denen wir selbst unsere privateste Kommunikation per Smartphone erledigen, ist echter Körperkontakt rar geworden. Viele Menschen haben schlichtweg verlernt, sich wirklich zu berühren – oder: sind extrem gehemmt. Digital ist alles möglich. Hier kann man viel versprechen – ohne dass es je zu einer echten Berührung kommt. Und so schleicht sich ein steter Körperkontaktmangel in unser Leben. Aber für den gibt es leider noch keine App, die uns sagt: Anfassen angesagt!

Dabei ist das genau das, wonach sich jeder Mensch sehnt! 75 Prozent der verheirateten Frauen geben laut Studie an, dass sie lieber gestreichelt werden würden, als Sex zu haben! Zugegeben, das Wort klingt nach niedlichem Zwergkaninchen, nach verklemmten Anfängern, die einfach nicht zum Punkt kommen – oder aber nach Langzeitpaaren, denen die Lust abhanden gekommen ist. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall! Wer real berührt, wird im besten Fall auch ganz real berührt – mit allem, was dazugehört. Selbst die vermeintlich veralteten Schmetterlinge im Bauch sind plötzlich wieder da! Aber: Echte Nähe will gelernt sein. Denn für echten Körperkontakt muss man bereit sein, sich auszuliefern, sich verletzbar zu machen.

Fazit: Fasst euch also endlich mal wieder wirklich an! Und wenn man wieder weiß, wie gut echter Körperkontakt tut, kann man sich moderne Ersatzbefriedigungen wie Kuschelseminare, Tantra-Workshops und Alleine-Bäume-Umarmen getrost ersparen.

Fasst euch doch mehr an!