Lange Jugendstrafen wegen Bombenanschlag auf Sikh-Tempel

Im Prozess um einen Anschlag auf eine Sikh-Tempel in Essen haben die Richter am Landgericht Essen am Dienstag die drei angeklagten Jugendlichen zu Haftstrafen von sieben, sechs Jahren und neun Monaten sowie sechs Jahren verurteilt. Das teilte eine Gerichtssprecher mit.

Zwei der Angeklagten wurden wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung für schuldig gesprochen. Der dritte Jugendliche, der bei dem Anschlag nicht am Tatort war, wurde wegen der Verabredung zum Mord verurteilt.

Johannes Hidding, Sprecher am Landgericht Essen:

„Im Jugendstrafrecht sind ja maximal 10 Jahre Jugendstrafe möglich, die Kammer liegt im oberen Bereich, maßgeblich ist immer, welche erzieherischen Einwirkungen sind erforderlich, und an der Höhe der Strafe kann man natürlich jetzt ablesen, das war aus Sicht der Richter kein dummer Jungenstreich, sondern die drei sind auf eine ganz schiefe Bahn geraten.“

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Verurteilten für einen Sprengstoffanschlag auf ein Gebetshaus der Essener Sikh-Gemeinde am 16. April 2016 verantwortlich sind. Dabei war vor der Eingangstür des Tempels ein mit Sprengstoff gefüllter Feuerlöscher explodiert. Dabei wurden ein Priester und zwei Gemeindemitglieder verletzt.