Befangenheitsanträge sorgen im NSU-Prozess für Verzögerungen

Neue Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen das Gericht haben den Münchener NSU-Prozess weiter verzögert. Eigentlich sollten am Mittwoch die Plädoyers der Nebenklage beginnen. Das haben die Verteidiger der Angeklagten Ralf Wohlleben und André E. mit einer weiteren Serie von Befangenheitsanträgen blockiert. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl sah sich gezwungen, bis zum Ende der nächsten Woche alle Verhandlungstage abzusagen. Danach war eine einwöchige Prozess-Pause geplant. Der Vertreter der Nebenklage Max Behnke warf der Verteidigung eine Verzögerungstaktik vor:

„Die vielen Anträge, die jetzt gestellt werden, halte ich für rechtsmissbräuchlich, aber trotzdem sind sie gestellt und der Senat muss darauf eingehen. Das heißt, er muss sie lesen, er muss sie verteilen, er muss die entsprechenden Schlüsse ziehen und das ist außerordentlich schwierig, auch für die Beteiligten, da den Überblick zu behalten. Wir bemühen uns aber.“

Die Bundesanwaltschaft hat ihre Plädoyers bereits vor drei Wochen beendet und teils hohe Gefängnisstrafen für die Angeklagten beantragt. Uter anderem eine lebenslange Haft für Beate Zschäpe und je zwölf Jahre Haft für die mutmaßlichen Helfer Andre E. und Ralf Wohlleben.