Richtig helfen bei Wespenstichen

Ein Mal sein Essen verteidigt und schon ist es passiert. Die Wespe verpasst einem ihren Stachel. Doch wie reagiert man bei einem Stich richtig?

Dr. med. Christian Kors, Hautarzt

«In der Behandlung von Wespenstichen, zunächst mal ganz wichtig, dass man Ruhe bewahrt. Es ist damit zu rechnen, dass eine örtliche Reaktion über drei bis sechs Tage zu sehen ist. Primär sollte man schauen, ob sich ein Fremdkörper, zum Beispiel ein Stachel in dem Stich, in der Wunde befindet und diesen dann zunächst entfernen. Im Anschluss reicht es eigentlich, wenn Sie von Außen kühlen, mit so nen Coolpacks, gegebenenfalls hochlagern.»

Dagegen sind die vielen Hausmittelchen nicht immer eine gute Alternative. Im Gegenteil, sie können sogar alles schlimmer machen.

Dr. med. Christian Kors, Hautarzt

«Es werden ja sogenannte Hausmittelchen gerne bei Wespenstichen benutzt. Eigentlich empfehlen kann man hier nur die Anwendung von Quark, weil er gleichzeitig eine kühlende Wirkung hat. Von anderen Dingen, die sehr beliebt sind, wie zum Beispiel eine frisch aufgeschnittene halbe Zwiebel aufzulegen, kann ich nur abraten – wir haben schon massivste Entzündungsreaktionen auf die Zwiebel gesehen – dabei war der Wespenstich eigentlich das viel geringere Problem.»

Ein Stich am Auge oder am Fuß ist zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlicher. Ernst wird es bei einer allergischen Reaktion.

Dr. med. Christian Kors, Hautarzt

«Sollten irgendwelche systemische Symptome auftauchen, das bedeutet, Sie haben plötzlich unerklärliches Juckreiz-Kribbel-Gefühl, vor allem an Handflächen, Fußsohlen, Sie beginnen Atemschwierigkeiten zu bekommen, Sie entwickeln ein sogenanntes Kloßgefühl, haben Probleme beim Schlucken. Im Grunde genommen, als wenn einem plötzlich anders, als wenn man ohnmächtig würde oder auch alles, was darauf hindeutet, in diese Richtung gehen kann, dann ist von einer Allergie auszugehen.»

Bei einer allergischen Reaktion sollte man sofort zum Arzt und sich behandeln lassen. Über einen Bluttest kann man auch vorab eine Allergie untersuchen. Doch egal, ob allergisch oder nicht, weh tut der Wespenstich leider immer.