Auf vierbeinige Helfer vertraut Pfarrerin Wiltrud Bauer in der Seelsorge: Sie setzt Lamas und Alpakas in der Kirchenarbeit ein. Im Gespräch mit Gläubigen – und manchmal auch am Altar.

Für die Dorfbewohner ist der Anblick von Lama Maputo und Alpaka Alejandro inzwischen nichts ungewöhnliches mehr. Brav an der Leine von Pfarrerin Wiltrud Bauer marschieren sie bis zur Kirche – und sogar hinein. Denn die 43-Jährige setzt ihre Tiere regelmäßig bei der Arbeit in ihrer Gemeinde Landsweiler-Schiffweiler im Saarland ein.

Wiltrud Bauer, evangelische Pfarrerin: «Sie können einen nicht zu schwätzen mit irgendwas, was vielleicht theologisch nervt auf Dauer. Die haben einen anderen Zugang zur Schöpfung, zu Gott und das können uns Tiere ganz gut zeigen und uns den Weg weisen.»

Drei Alpakas und zwei Lamas hat die Theologin im Stall. Als sie 2011 den Job antrat, sei es ihre Voraussetzung gewesen, dass sie die Tiere mitbringen konnte. Über die Tiere könne sie die Menschen oft besser erreichen als über das Reden und Beten in der Kirche.

Wiltrud Bauer, evangelische Pfarrerin: «Es ist ja so, dass nicht jeder Mensch es gut findet mit einem Pfarrer irgendwie ein Gespräch zu führen. Da ist eine große Hemmschwelle, ein Seelsorgegespräch, und das Schöne ist, man kann auch mal zehn Minuten schweigen, ohne dass es peinlich wird. Im Wald, bei einem Spaziergang mit einem Tier an der Leine ist das überhaupt kein Problem.»

Zu ihrer tiergestützten Seelsorge gehören Besuche im Seniorenheim genauso wie Waldspaziergänge mit Gemeindemitgliedern.

Als sie mit ihrem kleinen Zoo im Ort ankam, seien die Bewohner zunächst etwas skeptisch gewesen.

Wiltrud Bauer, evangelische Pfarrerin: «Sind halt so zwei veschiedene Dinge nebeneinander, auf der einen halt, die hat schon irgendwie einen Hau und auf der anderen Seite, ja, ist aber toll, sie ist eine von uns.»

Inzwischen gehört die Pfarrerin mit ihren Andenkamelen fest zum Ortsbild.

Pfarrerin mit Alpakas unterwegs im Auftrag des Herrn