Labrador ist nicht gleich Labrador

Der gutmütige Labrador zählt zu den beliebtesten Hunden der Deutschen. Doch ein Labrador ist nicht gleich Labrador. Neben unterschiedlichen Fellfarben haben sich innerhalb der Zucht zwei Linien etabliert: Die Arbeitslinie und die Showlinie (auch klassische Linie genannt). Doch wie unterscheiden sich diese beiden Hunde?

Zwei verschiedene Zuchtziele: Tiere der Arbeitslinie (auch „Field-Trial-Linie“ genannt) sind eifrige Leistungssportler, die sich sehr gut für den Einsatz bei der Jagd oder für Wettkämpfe im Jagdhundesport (auf Englisch „Field Trial“) eignen – gemäß der ursprünglichen Verwendung dieser Rasse.

Diese Eigenschaften braucht ein arbeitsloser Familienhund nicht unbedingt, bzw. seine hohe jagdliche Motivation kann im Alltag eher Probleme bereiten. Und so hat sich das Zuchtziel der Showlinie herausgebildet.

Der Begriff ist jedoch verwirrend, es geht keineswegs nur um gutes Aussehen und Hundeshow-Tauglichkeit. „In Deutschland haben wir eine Zuchtzulassungsprüfung, bei der neben Verhalten und Formwert auch die Gesundheit eine entscheidende Rolle spielt“, erklärt Udo Kopernik, Sprecher des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen).

Optische Unterschiede:
Der Labrador der Arbeitslinie ist in der Regel etwas schlanker, kleiner und filigraner gebaut, dadurch auch schneller und wendiger.

Der hübsche Vetter der Schönheitslinie ist stämmiger, kompakter, mit breiterem Kopf.

Unterschiede im Wesen: Alle Labradore gelten als verträglich, lernfähig und wollen ihrem Menschen gefallen. Doch die Hunde der Arbeitslinie haben einen besonders ausgeprägten „will to please“, während die Artgenossen aus der Showlinie insgesamt gemütlicher, toleranter und anpassungsfähiger sein sollen.

Doch das sind natürlich nur Tendenzen, jeder Hund bringt eine eigene Persönlichkeit mit und ist durch seine Erziehung geprägt.

Wie erfährt man von der jeweiligen Zuchtlinie? „Ob es sich um Hunde aus einer Leistungszucht handelt, stellt man spätestens bei einem Blick in den Abstammungsnachweis fest“, erklärt Kopernik, „wenn bei den Vorfahren für alle oder einen großen Teil Prüfungsnachweise aufgeführt werden, hat man es mit einem Arbeiter zu tun.“

Die beiden Zuchtlinien kommen übrigens nicht nur bei den beliebten Labradoren vor. Auch bei Rassen wie etwa Border Collies, Australian Shepherds oder Weimaraner gibt es den feinen Unterschied.

Labrador ist nicht gleich Labrador