Freilebende Nandus in Westmecklenburg

Seltsame große, graue Vögel staksen durch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Frank Philipp ist Umweltplaner und zählt Nandus, wildlebende Nandus. Ihre Heimat ist ursprünglich die südamerikanische Pampa. Seit einigen Jahren breiten sie sich aber in Norddeutschland aus.

Nandu-Zählung, Wie sind die Tiere über den Winter gekommen?

Frank Philipp, Umweltplaner: «Also, in der letzten Herbsterfassung konnten wir um die 140 Tiere ermitteln, da sind eben auch Jungtiere dabei gewesen. Und davon erwarte ich, dass der Großteil noch da ist und sich weiterhin in dieser Region etablieren wird und sich auch weiterhin nach Osten hin ausbreiten wird.»

Das Gebiet liegt östlich des Ratzeburger Sees und ist etwa 100 Quadratkilometer groß. Bei der Frühjahrszählung haben Philipp und seine Mitstreiter jetzt nur noch 120 Tiere gezählt. Es sei normal, dass nicht alle Jungtiere den Winter überleben, sagt Philipp. Auf ein paar wenigen Exemplaren aus einer Haltung bei Lübeck soll die wilde Population von Nordwestmecklenburg beruhen.

Frank Philipp: «In den 90er Jahren gab es eine Haltung von Nandus in Schleswig-Holstein auf der gegenüberliegenden Wakenitz-Seite. Diese Haltung war gar nicht eingezäunt zu dem Fluß und Nandus können gut schwimmen. Und so ist es mehrfach aufgetreten, dass Tiere ausgebrochen sind aus dem Gehege, durch die Wakenitz geschwommen und so konnten sich in dieser Region die ersten Tiere ansiedeln und auch weiterhin vermehren. Und seit ca. 15 Jahren laufen die Tiere auch frei in der Landschaft umher und vermehren sich hier und haben sich mittlerweile zu einer stattlichen Population entwickelt.»

So sehr, dass die Bauern fordern, die Population reduzieren zu dürfen, wenn sie überhand nimmt. Natürliche Feinde hat der erwachsene Nandu nicht.