Arizona, USA: Wilde Pferde in der Wueste suedlich von Phoenix

Sie gelten als Symbol von Freiheit und Abenteuer. Einst grasten zwei Millionen Wildpferde im amerikanischen Westen. Optimistischen Zählungen zufolge sind es heute nur noch 90.000. Der Anblick der Mustangs in freier Wildbahn gehörte einst zum amerikanischen Westen wie Steppengras, Canyons und die Rocky Mountains. Doch seit Jahrzehnten müssen die Mustangs den sich ausbreitenden Rinderherden weichen.

Die wilden Pferde stehen den kommerziellen Interessen der Rinderzüchter im Wege. In freier Wildbahn vermehren sie sich stark und konkurrieren bei der Nahrungssuche mit den Rinderherden der Rancher. Mustangs hinterlassen kahl gefressene Weiden, argumentieren die Rancher.

Kritiker behauten, die Mustangs seien in Wahrheit keine einheimischen Tiere und würden Wasserstellen, Gras- und Buschland beschädigen mit negativen Folgen für Pflanzen und Kleintiere.

Doch Tierschützer widersprechen dieser These vom angeblichen Schaden durch die Pferde: „Man kann einfach nicht behaupten, dass ein paar Zehntausend Pferde mehr Schaden anrichten, als vier Millionen Rinder.“

Um mindestens 200.000 Tiere sind die Herden in den vergangenen Jahrzehnten ausgedünnt worden. Die meisten von ihnen sind im Schlachthof gelandet. Als Hauptabnehmer des Pferdefleischs gilt Frankreich.

Im Jahr 2008 machte das Bureau of Land Management sogar den Vorschlag, den Bestand durch gezielte Tötungen weiter einzudämmen. „Euthanasieprogramm“ für Mustangs hieß das Vorhaben zur Einschläferung mehrerer Tausend Tiere.

Ein Aufschrei der Tierschützer ging durch das ganze Land.

Ein humanerer Weg zur Ausdünnung der Herden musste gefunden werden. Heute lässt die Regierung jedes Jahr Tausende der wilden Pferde einfangen und in enge Pferche einsperren, um einer vermeintlichen „Überpopulation“ zu begegnen. Allein im Bundesstaat Oregon ließ die Regierung in diesem Winter die Hälfte der wilden Pferde einfangen. Inzwischen sind die gefangenen Tiere jedoch zur erheblichen finanziellen Bürde geworden. Deshalb werden sie u.a. auch für lediglich ein paar Dollar an Pferdeliebhaber abgegeben.

Insgesamt leben in den USA heute etwa genau so viele Mustangs in Gefangenschaft wie in freier Wildbahn.

Originaltext von dpa

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters