Süsser Schlummern

Etwa 15 Prozent aller Deutschen leiden regelmäßig unter Schlafstörungen. Die Tendenz ist steigend. Ob Stress, Überforderung oder Ängste – es gibt viele Gründe, nachts nicht zur Ruhe zu kommen. Warum ein gesunder Schlaf so wichtig ist und welche Einschlaftricks es gibt, lesen Sie hier.

Warum schlafen wir?

Schlaf ist die einzige nachhaltige Batterieaufladephase des Menschen. Nur im Schlaf können sich Herz, Gehirn, Magen-Darm-Trakt, Nerven- und Immunsystem regenerieren.

Schlaf-Mediziner Dr. Michael Feld: „Im Schnitt sollten wir sieben bis acht Stunden pro Nacht schlafen, um dauerhaft gesund und fit zu sein.“

Was, wenn ich nicht genug Schlaf bekomme?

Dr. Michael Feld: „Solange das Defizit nicht chronisch wird, kann es in der Regel durch Ausschlafen am Wochenende ganz gut ausgeglichen werden.“

Auch sogenannte Powernaps helfen, nächtliche Schlafdefizite auszugleichen. Studien zeigen, dass regelmäßiges 20-minütiges Powernapping das Herzinfarktrisiko um fast 40 Prozent senken kann. Dabei reicht es, kurz die Füße hochzulegen und zu dösen.

Kann Schlafmangel krank machen?

Ja! Schlafmangel kann zu Konzentrationsstörungen, Übergewicht, Bluthochdruck, Herzbeschwerden oder Burn-out bis hin zu Depressionen führen. In schweren Fällen kann er auch die Entstehung von Demenz fördern.

Wie helfe ich meinem Körper, einzuschlafen?

Gedimmtes Licht, ruhige Musik oder ein Abendritual (z. B. ein kurzer Spaziergang vor dem Schlafengehen) können dabei helfen. Auch Sport oder eine Massage sind gut geeignet. Meiden Sie Smartphones oder Computer! Das bläuliche Licht verhindert, dass der Organismus zur Ruhe kommt.

Dr. Feld: „Einschlafen klappt außerdem nur, wenn unsere Körpertemperatur vom Tagesmodus in den Nachtmodus runterfahren kann. Deshalb sollte das Schlafzimmer angenehm kühl sein. Optimal ist eine Temperatur zwischen 16 und 20 Grad.“ Sorgen Sie dafür, dass es im Schlafzimmer dunkel und ruhig ist. Ist es zu hell, kann sich das Schlafhormon Melatonin nicht bilden, Sie sind automatisch wacher.

Dr. Feld: „Auch monotone, also langweilige, Arbeiten können helfen, uns müde zu machen. Bügeln oder Wäsche zusammenlegen sind sehr geeignet.“

Ist es normal, nachts wach zu werden?

Kleine Kinder und ältere Menschen wachen nachts häufiger auf. Ein gesunder Erwachsener sollte aber die Nacht ohne Probleme durchschlafen.

Dr. Feld: „In besonders stressigen Phasen können auch Erwachsene immer mal wieder nachts wach werden. Wenn dies von vorübergehender Natur ist, ist es nicht schlimm. Wird es ein Dauerzustand, muss etwas unternommen werden.“

Was tun bei Schlafstörungen?

Schlafexperte Feld: „Zunächst können frei verkäufliche Präparate mit Hopfen, Melisse, Baldrian oder dem Eiweißstoff L-Tryptophan ausprobiert werden. Kombinationspräparate wirken hier oft besser als Einzelsubstanzen.“ Helfen diese nicht, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Als Faustformel gilt hier folgende Dreier-Regel: Wenn eine Schlafstörung länger als drei Wochen dauert, häufiger als dreimal pro Woche auftritt und man länger als drei Stunden pro Nacht wach liegt, sollte man zum Arzt.

Schlaf macht Lust auf Sex

Fehlender Schlaf kann sich ungünstig auf die Libido auswirken, genügend Schlaf die richtige Stimmung für das Vergnügen erst entfachen! Besonders, wenn es um die weibliche Lust geht. Eine US-Studie zeigt: Je länger die Schlafdauer der Frauen, desto größer der sexuelle Appetit am nächsten Tag.

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