Rekord-Elfenbeinverbrennung: In Kenia wurden beschlagnahmte Stoßzähne von etwa 7.000 Elefanten verbrannt

In Kenias Hauptstadt Nairobi werden nach Angaben von Tierschützern am Samstag die beschlagnahmten Stoßzähne von etwa 6.000 bis 7.000 Elefanten verbrannt. Dies sei die größte Menge Elfenbein, die je auf einmal vernichtet werde, teilte die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) am Freitag in Berlin mit. Das Gesamtgewicht der Stoßzähne liege bei 105 Tonnen. Ihre Vernichtung sei ein wichtiges Signal gegen den illegalen Wildtierhandel, betonte Arnulf Köhncke vom WWF Deutschland. „Wir erleben in Afrika gerade eine dramatische Wildereikrise”, sagte er.

Der illegale Handel mit Elfenbein sei mitverantwortlich dafür, dass jedes Jahr in Afrika rund 30.000 Elefanten getötet würden. „Wenn wir nicht gegensteuern, könnten die Dickhäuter aus vielen Regionen Afrikas schon bald verschwunden sein”, betonte Köhncke.

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Um die Elefanten zu schützen, reiche es jedoch nicht aus, beschlagnahmte Stoßzähne und Produkte aus Elfenbein zu zerstören. Wichtig sei es, das Verhalten der Konsumenten in Asien zu verändern, die Elfenbein als Statussymbol kauften. „Gerade in China mit seiner wachsenden Mittelschicht hat die Nachfrage in den letzten Jahren stark zugenommen”, so der WWF-Experte. Den Käufern sei meist nicht klar, welchen Schaden sie anrichteten. „So ist zum Beispiel der Irrglaube weit verbreitet, die Stoßzähne würden nachwachsen und den Elefanten legal entnommen”, erklärte Köhncke.

Auch die Strafverfolgung in Afrika müsse verbessert werden. Gegen die hochgerüstete Wildtiermafia kämen die Wildhüter häufig nicht an. Zudem müsse mit Gemeinden in betroffenen Regionen stärker zusammengearbeitet werden, um Alternativen des Lebensunterhalts abseits der Wilderei aufzuzeigen.

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Während Anfang des 20. Jahrhunderts noch drei bis fünf Millionen Elefanten in Afrika beheimatet waren, sind es laut WWF gegenwärtig nur noch 400.000 bis 570.000 Tiere. Seit 1989 ist der internationale kommerzielle Handel mit Elfenbein weltweit größtenteils verboten.

dpa

Rekord-Elfenbeinverbrennung: In Kenia wurden beschlagnahmte Stoßzähne von etwa 7.000 Elefanten verbrannt