Prozessauftakt gegen Salafisten-Prediger Abu Walaa

In Celle wird gegen den gebürtigen Iraker verhandelt.

Am Dienstag hat vor dem Oberlandesgericht Celle der Prozess gegen den Salafisten-Prediger Abu Walaa begonnen. Die Bundesanwaltschaft hat den 33-jährigen Iraker wegen Mitgliedschaft in der „terroristischen Vereinigung Islamischer Staat“ (IS) angeklagt.

Walaa gilt demzufolge als zentraler Repräsentant des IS in Deutschland. Er war in Hildesheim bei dem inzwischen verbotenen „Deutschsprachigen Islamkreis“ aktiv. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm die Bildung eines Netzwerks mit vier weiteren Gesinnungsgenossen vor. Diese müssen sich wegen des Vorwurfs der IS-Unterstützung vor Gericht verantworten.

Gerichtssprecherin JESSICA LASS sagte zu den Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen des Prozesses:

„Es handelt sich um ein Staatsschutzverfahren, das findet in einem besonders gesicherten Saal statt, deshalb sind Untersuchungen von Besucherinnen und Besuchern angeordnet, und von sonstigen Verfahrensbeteiligten, die zum Gericht kommen.“

Der Verteidiger MICHAEL MURAT SERTSÖZ sagte:

„Derzeit werden sich alle Angeklagten nicht einlassen, so ist das in der Vorbesprechung mitgeteilt worden, auch durch die Kollegen, das kann ich so weiter geben. Es wird also erst mal eine schweigende Verteidigung.“

Die Beschuldigten sollen rund ein halbes Dutzend Personen von Deutschland nach Syrien geschleust haben, wo sie als Kämpfer für den IS ausgebildet worden seien und teilweise Selbstmordattentate verübt hätten, so hatte es die Anklagebehörde im Juli mitgeteilt.

Der Prozess gegen Abu Walaa und die vier Mitangeklagten soll am Mittwoch hier in Celle fortgesetzt werden, weitere Folgetermine sind ab Mitte Oktober angesetzt.