Neunte Berliner Biennale beschäftigt sich mit Globalisierung und Kommerz

Die Welt aus einem anderen Winkel sehen – das können Besucher ab Freitag auf der Biennale in Berlin. Die Kunstschau beschäftigt sich in ihrer neunten Ausgabe mit Paradox und Essenz unserer Gegenwart und Zukunft in einer globalisierten Welt. So die Kuratoren, die in diesem Jahr aus New York kommen: Und zwar in Form des Künstlerkollektivs DIS, zu dem Marco Roso und Lauren Boyle gehören.

„Man sieht hier viele Künstler, die verschiedene Formate adaptieren, manche davon sind kommerzielle Formate. Das sind vielleicht die visuellen Anteile, die sich am deutlichsten erkennen lassen, dass es in den Bildern mehr um Kommerz geht. Was aber nicht heißt, dass da nicht auch noch viel mehr dahinter steckt, aber es gibt eine Besessenheit, die sich mit der Oberfläche beschäftigt.“

Den verschiedenen Wegen von Marketing und Kommunikation nachzugehen gehöre zur DNA des Künstlerkollektivs, sagt Boyle. Mit Werbemotiven arbeitet auch Simon Fujiwara und das sogar sehr aktuell. Der in London geborene Künstler freut sich, dass er erstmals bei einer Biennale in seiner Wahlheimat vertreten ist. Sein Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema „Glück und Zufriedenheit unter wirtschaftlichen Aspekten“.

Armen Avanessian’s Beitrag zur Biennale ist noch in Entstehung. Er wird zusammen mit anderen Teilnehmern einen Geheimdienst gründen – vor den Augen der Öffentlichkeit.

„Die Grundhypothese, der Auftrag kommt daher, die entscheidende Ressource des 21. Jahrhunderts sind Daten, sind Informationen. Und die einzigen Gegenspieler der internationalen Kooperationen, die rein ökonomisch orientiert sind wie Facebook, wie Amazon, wie Apple, sind heute Geheimdienste. Das Problem aber mit den real exstierenden Geheimdiensten ist, dass sie intransparent funktionieren, dass nicht klar ist, was ihre demokratische Legitimierung ist, was ihr Auftrag ist.“

Am Freitagabend wird die Biennale eröffnet, bei der Presse-Vorbesichtigung am Vortag konnten einige Besucher schon mal einen Blick auf einige Arbeiten werfen.

„Es ist erfrischend, so viel Post-Internet-Kunst in diesem Kontext zu sehen. Ich denke, die These dieser Biennale ist wirklich ziemlich interessant, mit dem Fokus auf die Gegenwart, die einem sozusagen ins Gesicht geworfen wird.“

„Etwas chaotisch, aber interessanter als ich gedacht hätte.“

Die neunte Berliner Biennale läuft bis zum 18. September an verschiedenen Ausstellungsorten in der Stadt.

Neunte Berliner Biennale beschäftigt sich mit Globalisierung und Kommerz