Berliner Verwaltungsgericht bestätigt Verbot von Ferienwohnungen

Ein Wochenende in Berlin, ein Selfie vor dem Brandenburger Tor. Millionen Touristen aus der ganzen Welt besuchen jährlich die Hauptstadt. Auch dieses Paar aus den Niederlanden. Sie wollen allerdings nicht ins Hotel gehen. Sie würden viel lieber diese Wohnung in Berlin-Moabit anmieten.

„Die Wohnung ist sehr schön, fast ganz im Zentrum, es gibt sehr viel Platz hier. All das hätte man im Hotel nicht.“

Außerdem ist es gerade bei mehreren Personen günstiger. Auch für den Vermieter lohnt es sich. Mehrere kurze Vermietungen an Touristen bringen mehr Geld als eine reguläre Vermietung über längere Zeit.

So fällt allerdings Wohnraum für die Bevölkerung weg, sagt der Berliner Senat. Ab dem 1. Mai 2016 gilt ein Zweckentfremdungsverbot.

Stephan la Barré, Eigentümer einer Ferienwohnungsvermittlung, findet zu Unrecht und hat zusammen mit weiteren Betroffenen bei dem Berliner Verwaltungsgericht Klage eingereicht.

„Also, wir müssen unsere Geschäfte schlicht zu machen, unsere Mitarbeiter entlassen und was anderes machen. Also, die Einschränkung ist hundert Prozent. Es ist zusätzlich so, dass das, was wir aufgebaut haben, komplett entwertet wird.“

Am Mittwoch bestätigten die Richter die Rechtmäßigkeit des Zweckentfremdungsverbots. La Barré – geschockt.

„Es ist ’ne Katastrophe, ja, und vielleicht für die Mitarbeiter von diesen Betrieben noch ’ne größere Katastrophe, für die Unternehmer. Aber insgesamt ist es enttäuschend.“

Stephan Von Dassel, Bezirksstadtrat Von Berlin-Mitte, sieht bereits neue Nutzungsmöglichkeiten für die frei werdenden Wohnungen.

„Insbesondere auch die Wohnraumversorgung von Flüchtlingen und Obdachlosen bietet sich dann eben auch an in Ferienwohnungen, weil die möbliert sind und weil wir als Land Berlin auch erhebliche Möblierungszuschläge bezahlen können. Also, da wäre auch eine nahtlose Weiterverwendung der Wohnung möglich.“

Die Kläger hoffen, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Sie haben angekündigt, in Berufung zu gehen.

Berliner Verwaltungsgericht bestätigt Verbot von Ferienwohnungen