B.Z. Kiez-Reporter in Berlin-Kaulsdorf: Fäkalien-Problem in der Windthorststraße

Tag 9 der B.Z.-Kieztour führte Reporter Johannes Malinowski nach Marzahn-Hellersdorf.

Die Anwohner der Windthorststraße in Karlshorst kämpfen seit 20 Jahren mit ihrer Kanalisation. Sobald es stärker regnet, laufen die Gullydeckel über, die Straße und die Grünstreifen werden mit Abwässern und Fäkalien überflutet – und das im Trinkwasserschutzgebiet. Auch gestern lagen noch Reste von Toilettenpapier auf dem Grünstreifen. Folge: Auch Tage nach dem Regen stinkt es gewaltig.

„Seit 1997 wurde unsere Straße an die zentrale Abwasserleitung angeschlossen“, sagt Anwohner Eberhard Kölle (71). Seitdem überschwemmt die Straße mehrfach im Jahr. „Wenn es regnet kann ich nicht mal auf die Toilette gehen.“ Zuletzt wurde die Kanalisation bei dem schweren Regen in der letzten Woche mit den Wassermassen nicht fertig.

Die Anwohner haben bereits ihre Grundstücksmauern höher gebaut, Anwohner Dr. Wilfried Spenke (84) hat sogar seine Einfahrt erhöht. „Sonst fließt die ganze Jauche in unsere Vorgärten“, sagt er. „Wir leben hier mitten im Trinkwasserschutzgebiet. Wir bekommen genaue Auflagen, wie dicht unsere Hausanschlüsse sein müssen. Es ist grotesk, dass der Trinkwasserschutz scheinbar keine Rolle spielt, wenn Kubikmeterweise die Abwässer überlaufen.“

Nach jedem schweren Regenschauer müssen die Anwohner die Überbleibsel der übergelaufenen Kanalisation von den Grünflächen entfernen. „Wir kehren die Reste mit einer Harke zusammen und tun es in die Biotonne“, sagt Kölle.

Spenke hat sich bereits 1998 das erste Mal an die Umweltbehörde gewandt. Eine Reaktion gab es nicht.

Bei den Wasserbetrieben ist das Problem bekannt. Das landeseigene Unternehmen möchte nächste Woche